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Gesetzesvorlage

10 Millionen Euro für Opfer des Bluter-Skandals

Sie wurden ausgegrenzt, rechneten mit einem frühen Tod und hatten keine Chance auf ein normales Leben. Nun jubeln die Opfer des Bluter-Skandals über eine späte Genugtuung.

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Bei dem Bluterskandal wurden rund 1500 Patienten über HIV-kontaminierte Blutkonserven infiziert.

Bei dem Bluterskandal wurden rund 1500 Patienten über HIV-kontaminierte Blutkonserven infiziert.

© Stephan Morrosch / Fotolia

BERLIN. Der Bund will künftig mit jährlich bis zu zehn Millionen Euro die überlebenden Opfer des Bluter-Skandals unterstützen. Das geht aus einem Gesetzespassus von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Bei dem Bluter-Skandal wurden viele Hämophile-Patienten vor allem in den 80er Jahren noch mit HIV-infizierten Blutkonserven behandelt, obwohl Ärzten und Wissenschaftlern die Gefahren von HIV und Aids bekannt waren. Kritiker warfen den Behörden im Nachhinein schweres Versagen vor.

Rund 1500 Hämophile-Patienten wurden HIV-infiziert und von dem Skandal aus der Bahn gerissen. Erst 1995 wurden die Opfer des Bluter-Skandals anerkannt und mit Hilfszahlungen aus einer Stiftung unterstützt. Noch 300 Bluter bekommen derzeit Geld aus der Stiftung, dazu rund 250 andere Personen, meist direkte Angehörige. Doch der Stiftung droht das Aus, Ende 2018 dürfte das Geld alle sein, wenn sich nichts tut. Denn weitere Finanzzusagen beteiligter Pharmafirmen und des Deutschen Roten Kreuzes zu erhalten, wurde immer schwieriger.

Vorgesehen ist, dass der Bund "die Finanzierung zukünftig sicherstellen" soll, so die geplante Gesetzespassage. Der Bund ist schon jetzt an der Stiftung beteiligt. Ab 2019 steige der benötigte Betrag des Bundes auf etwa neun bis zehn Millionen Euro jährlich. Die Betroffenen sollen so lebenslang Hilfe bekommen. (dpa)

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