Drogensubstitution

Ärzte sehen Engpässe

Viele Praxen beklagen Probleme bei der Verfügbarkeit von Arzneimitteln zur Substitution.

Veröffentlicht: 28.07.2016, 11:31 Uhr

NEU-ISENBURG. Mehr als die Hälfte der in einer Studie befragten Praxen haben schon einmal Erfahrung mit apothekenbedingten Versorgungsengpässen bei der substitutionsgestützten Behandlung Drogenabhängiger gemacht.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Dachverbands substituierender Ärzte Deutschlands (DSÄ). Befragt wurden ab November 2013 insgesamt 356 Praxen, unter anderem zur Verlässlichkeit von Apothekenvorhaltung und ihrer Meinung zum sogenannten Z-Rezept, einer Ausnahmeregelung für die streng reglementierte Mitnahme von Substitutionsmitteln.

In der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) ist festgelegt, dass der Patient seine Substitutionsmittel täglich in der Arztpraxis unter Aufsicht einnehmen muss. Erst nach Stabilisierung des Behandlungsverlaufs ist es möglich, das Substitutionsmittel für maximal sieben Tage mitzugeben.

Im Falle eines geplanten Auslandsaufenthaltes darf der Arzt dem Patienten auch eine größere Menge des Substitutionsmittels verschreiben, allerdings nur dann, wenn die üblichen Take-home-Voraussetzungen vorliegen.

Ziel der Studie war es, nachzuweisen, dass im ärztlichen Alltag gelegentlich Situationen auftreten, die die Mitgabe einer Einzeldosis für den Folgetag erfordern. Diese Mitgabe sei, kritisiert der Dachverband, im Gegensatz zum Take-home auf Rezept immer noch ein Strafvergehen und müsse entkriminalisiert werden.

Die Ergebnisse der Befragung stützen diese Forderung. So gaben 90 Prozent der Befragten an, dass in ihrer Praxis Situationen vorkommen, in denen die Mitgabe eines Substitutionsmittels erforderlich sei. 90 Prozent halten demnach die Legitimierung der Mitgabe für notwendig; 86 Prozent schätzen außerdem die Möglichkeiten des Z-Rezepts nicht ausreichend ein.

Der DSÄ hatte die Befragung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) gestartet, sich nach zwei Monaten jedoch mit dem Partner überworfen und die Studie alleine zu Ende geführt. (aze)

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