Direkt zum Inhaltsbereich

Drogensubstitution

Ärzte sehen Engpässe

Viele Praxen beklagen Probleme bei der Verfügbarkeit von Arzneimitteln zur Substitution.

Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Mehr als die Hälfte der in einer Studie befragten Praxen haben schon einmal Erfahrung mit apothekenbedingten Versorgungsengpässen bei der substitutionsgestützten Behandlung Drogenabhängiger gemacht.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Dachverbands substituierender Ärzte Deutschlands (DSÄ). Befragt wurden ab November 2013 insgesamt 356 Praxen, unter anderem zur Verlässlichkeit von Apothekenvorhaltung und ihrer Meinung zum sogenannten Z-Rezept, einer Ausnahmeregelung für die streng reglementierte Mitnahme von Substitutionsmitteln.

In der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) ist festgelegt, dass der Patient seine Substitutionsmittel täglich in der Arztpraxis unter Aufsicht einnehmen muss. Erst nach Stabilisierung des Behandlungsverlaufs ist es möglich, das Substitutionsmittel für maximal sieben Tage mitzugeben.

Im Falle eines geplanten Auslandsaufenthaltes darf der Arzt dem Patienten auch eine größere Menge des Substitutionsmittels verschreiben, allerdings nur dann, wenn die üblichen Take-home-Voraussetzungen vorliegen.

Ziel der Studie war es, nachzuweisen, dass im ärztlichen Alltag gelegentlich Situationen auftreten, die die Mitgabe einer Einzeldosis für den Folgetag erfordern. Diese Mitgabe sei, kritisiert der Dachverband, im Gegensatz zum Take-home auf Rezept immer noch ein Strafvergehen und müsse entkriminalisiert werden.

Die Ergebnisse der Befragung stützen diese Forderung. So gaben 90 Prozent der Befragten an, dass in ihrer Praxis Situationen vorkommen, in denen die Mitgabe eines Substitutionsmittels erforderlich sei. 90 Prozent halten demnach die Legitimierung der Mitgabe für notwendig; 86 Prozent schätzen außerdem die Möglichkeiten des Z-Rezepts nicht ausreichend ein.

Der DSÄ hatte die Befragung gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) gestartet, sich nach zwei Monaten jedoch mit dem Partner überworfen und die Studie alleine zu Ende geführt. (aze)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt

Oberlandesgericht Celle

AstraZeneca muss Auskunft über Corona-Impfstoff geben

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Suchtmedizin: ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld

© Springer Medizin Verlag GmbH

Suchtmedizin: ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Hexal AG, Holzkirchen
Ein junges Mädchen wird geimpft – gegen HPV? (Symbolbild mit Fotomodellen)

© milanmarkovic78 / stock.adobe.com

Vision Zero Onkologie

Die Elimination des Zervixkarzinoms

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vision Zero e.V.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gastbeitrag

Keine Versorgungsgerechtigkeit bei stationärer Diabetes-Behandlung

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Lesetipps
Ein langer Wurm liegt in einer behandschuhten Hand.

© Clouds Hill Imaging / Science Photo Library

Ascariasis

Wurm in der Hose: Was tun bei hartnäckigem Spulwurmbefall?

Eine Person hält zwischen Daumen und Zeigefinger eine Metformin-Tablette.

© pimpampix / stock.adobe.com

Spiegelmessung

Unter Metformin regelmäßig Vitamin B12 kontrollieren