Kommentar zu Robotik in der Pflege

Auf in die schöne neue Welt

Robotik in der Pflege braucht schon in der Entwicklung die Beteiligung von Pflegebedürftigen und Pflegefachkräften.

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:

Eine Ein- und Ausstiegshilfe in die Wanne kann genau zwei Dinge: hoch- und runterfahren. Pflegeroboter der Zukunft werden deutlich komplexer handeln. Sie verfügen über Sensoren und lernen aus der Interaktion mit ihrer Umwelt.

Für Menschen, die so lange wie möglich zuhause leben möchten, werden solche Fähigkeiten wichtig werden. Ihre Roboter werden sich ihnen anpassen. Zudem werden sie sich zu Schnittstellen zur Überwachung der Körperfunktionen eines Pflegebedürftigen durch Ärzte entwickeln können und, und, und ...

Die schöne neue Welt wird aber nur dann schön und neu, wenn sowohl die Betroffenen selbst als auch Pflegefachleute an ihrer Entwicklung mitwirken. Dieser Hinweis des Ethikrates ist enorm wichtig. Es darf nicht sein, dass Ingenieurs- und Computernerds in Ko-Autorenschaft mit Betriebswirtschaftsnerds am Reißbrett digitale Lösungen entwickeln, die einen hilfebedürftigen Menschen perfekt gepflegt in sozialer Armut zurücklassen.

Auf diese Gefahr weist der Ethikrat hin und fordert, dass der gesamte Entwicklungsprozess dieses spannenden Technologiefeldes von Verantwortung durchdrungen sein muss. Schön, dass wir als Gesellschaft uns solche Gremien leisten können. So viel Zeit muss sein, auch für die Zukunft.

Schreiben Sie dem Autor: anno.fricke@springer.com

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