Reaktionen auf Gipfel

BÄK-Chef Reinhardt warnt vor Endlos-Shutdown

Deutschland geht in die Shutdown-Verlängerung: Ärzte vermissen derweil ein Ausstiegsszenario – und setzen auf den baldigen Start von Impfungen in Praxen.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Restaurant außer Betrieb: Wann gibt es eine Perspektive?

Restaurant außer Betrieb: Wann gibt es eine Perspektive?

© Antonio Pisacreta / ROPI / picture alliance

Berlin. Die Verlängerung des Shutdowns bis Anfang März ist bei Ärzten auf ein gemischtes Echo gestoßen. „Mit Blick auf die Virusmutationen und noch immer viele offene Fragen zu ihrem Gefahrenpotenzial ist die Entscheidung von Bund und Ländern für eine Verlängerung des Lockdowns eine unvermeidliche Vorsichtsmaßnahme“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt am Donnerstag der „Ärzte Zeitung“.

„Endlos in die Länge ziehen können wir den Lockdown aber nicht.“ Wünschenswert wären daher grundsätzliche Entscheidungen gewesen, wie erste Maßnahmen schrittweise und verantwortbar zurückgefahren werden könnten, sobald es die Infektionslage zulasse.

Ähnlich äußerte sich die Vorsitzende des Marburger Bundes (MB), Dr. Susanne Johna. Wegen der sich ausbreitenden Mutationen sei es richtig, die Kontaktbeschränkungen fortzusetzen. Dadurch ließe sich eine womöglich drohende dritte Welle besser eindämmen. „Ich vermisse aber einen klaren Plan für die Zeit der schrittweisen Öffnung, wenn niedrige Infektionszahlen Lockerungen möglich machen.“

Impfungen durch die Ärzte ihres Vertrauens wären für viele ältere Menschen eine echte Erleichterung.

Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer

Impfungen bald in den Arztpraxen

Bund und Länder hatten sich am Mittwochabend darauf verständigt, den seit Dezember andauernden Shutdown bis zum 7. März zu verlängern. Kitas und Schulen sollen aber früher aufmachen können. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte die Beschlüsse. Zwar ginge die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner zurück – das Robert Koch-Institut meldete am Donnerstag einen Wert von 64,2. Die Virusmutationen könnten die Erfolge aber wieder zunichtemachen, so Merkel.

Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hob auf eine bessere Versorgung mit Impfstoffen ab. „Wir stehen bereit und wollen unseren Beitrag leisten“, betonte Vorstandschef Dr. Dirk Heinrich. „Jede Ärztin und jeder Arzt ist in der Lage zu impfen, dies sollten wir alle zügig nutzen um flächendeckend, schnell und mit Sicherheit aus der Pandemie herauszukommen.“

Auch BÄK-Präsident Reinhardt sagte, dass niedergelassene Ärzte so rasch wie möglich in den Praxen impfen können sollten. „Das wäre für viele ältere Menschen eine echte Erleichterung.“

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