Schreiben an Lauterbach

BPtK-Chef Munz: Psychisch kranke Menschen nicht gegeneinander ausspielen!

Vor allem „leichte Fälle“ beim Psychotherapeuten? Kammerchef reagiert auf entsprechende Äußerungen von Gesundheitsminister Lauterbach empfindlich – evidenzbasiert und patientenorientiert seien die Einlassungen das nicht.

Veröffentlicht:
Bundestherapeutenkammer-Präsident Dr. Dietrich Munz: Aussage des Ministers kommt einem Schlag ins Gesicht der Patientinnen und Patienten gleich.

Bundestherapeutenkammer-Präsident Dr. Dietrich Munz: Aussage des Ministers kommt einem Schlag ins Gesicht der Patientinnen und Patienten gleich.

© Marijan Murat / dpa

Berlin. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach für dessen Äußerungen zur Versorgung psychisch erkrankter Menschen scharf kritisiert.

Die Behauptung des SPD-Politikers, dass in der ambulanten Psychotherapie vor allem „leichte Fälle“ versorgt würden, sei eine „Unterstellung“, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehre, adressiert BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz in einem offenen Brief an den Gesundheitsminister.

Die Aussage Lauterbachs sei zudem ein „Schlag ins Gesicht“ aller Patienten, die Hilfe bei einem Psychotherapeuten suchten, schreibt Munz. Für viele Patienten sei es immer noch ein schwerer Schritt, sich wegen ihrer psychischen Erkrankung professionelle Hilfe zu suchen.

„Es ist völlig inakzeptabel, Patientinnen und Patienten gegeneinander auszuspielen und zu suggerieren, dass einige Patientinnen und Patienten den Therapieplatz für andere räumen sollten.“

„Verheerendes Signal“

Es sei verheerend, wenn der Bundesgesundheitsminister an Patienten das Signal sende, sich erst dann psychotherapeutische Hilfe holen zu dürfen, wenn sie besonders schwer erkrankt seien, so Munz. „Eine solche Perspektive ist zutiefst unethisch, aber auch medizinisch und gesundheitsökonomisch völlig widersinnig.“

Die Ampel habe das im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel der Reduktion langer Wartezeiten auf einen Behandlungsplatz beim Psychotherapeuten rasch anzugehen. Die Vorschläge Lauterbachs, die fehlenden Behandlungskapazitäten allein über Sonderbedarfszulassungen und Ermächtigungen lösen zu wollen, wirkten allerdings „weder schnell noch flächendeckend“. (hom)

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