Direkt zum Inhaltsbereich

Menschen mit Behinderungen

Behindertenbeauftragter nimmt sich Krankenkassen zur Brust

Jürgen Dusel, Behindertenbeauftragter der Bundesregierung, zeigt sich besorgt über die Versorgung von Menschen mit schweren körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen. Die Kassen ließen die auf deren Bedürfnisse spezialisierten medizinischen Zentren in der Corona-Krise im Stich.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:
Jürgen Dusel, Jurist und neuer Beauftragter der Bundesregierung, fordert: Die Kassen müssten den auf Menschen mit Behinderung spezialisierten Einrichtungen „schnell und unbürokratisch“ zur Seite springen.

Jürgen Dusel, Jurist und neuer Beauftragter der Bundesregierung, fordert: Die Kassen müssten den auf Menschen mit Behinderung spezialisierten Einrichtungen „schnell und unbürokratisch“ zur Seite springen.

© Thilo Rückeis/picture-alliance

Berlin. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel (SPD), sieht die Arbeit der Medizinischen Zentren für Erwachsene Menschen mit Behinderungen (MZEB) in Gefahr.

Grund dafür sei die bislang „unzulängliche Umsetzung“ des Mitte Mai verabschiedeten zweiten Corona-Pandemie-Gesetzes, sagte Dusel am Montag in Berlin.

Dusel: Vergütung nicht angepasst worden

Das Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verpflichtet die Krankenkassen unter anderem dazu, ihre Vergütungsverträge für die bundesweite mehr als 60 MZEB bis zum 20. Juni 2020 „vorübergehend anzupassen“.

Auf diese Weise sollen mögliche finanzielle Einbußen infolge der Coronavirus-Pandemie ausgeglichen werden. Obwohl diese Frist inzwischen verstrichen sei, „wurde offensichtlich noch kein Vergütungsvertrag angepasst“, kritisierte Dusel.

Sowohl die MZEB wie auch die gut 160 Sozialpädiatrischen Zentren für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen (SPZ) bräuchten „dringend finanzielle Hilfen“, damit sie ihren Betrieb aufrechterhalten könnten, betonte Dusel.

Viele Behandlungstermine seien wegen der Pandemie ausgefallen, weil die Gefährdung von Patienten als zu groß eingeschätzt worden sei oder es an Betreuungspersonal gefehlt habe.

Schnelle und unbürokratische Hilfe nötig

Die Kassen müssten den Einrichtungen daher „schnell und unbürokratisch“ zur Seite springen, forderte Dusel. Es könne nicht angehen, dass das hiesige Gesundheitssystem einen Versorgungsbereich im Stich lasse, „der sich seit vielen Jahren unter schwierigsten Bedingungen um eine der vulnerabelsten Gruppen unserer Gesellschaft kümmert“.

Bei den mit dem Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) von 2015 eingeführten MZEB handelt es sich um Spezialeinrichtungen für Erwachsene mit geistigen Behinderungen oder schweren Mehrfachbehinderungen.

Die Einrichtungen sollen die Regelversorgung durch Vertragsärzte und Krankenhäuser ergänzen. Regional sind die Zentren höchst unterschiedlich verteilt. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr. Martin Junker 23.06.202011:32 Uhr

Es ist eigentlich völlig unverständlich, warum in Pflege-/Altenheimen keine Regelungen für Besuche bisher gefunden werden konnten. - Jeder "Lebenslanger" kann im Gefängnis unter entsprechenden Schutzmaßnahmen Besuch bekommen! - Jede Einrichtung hätte dafür genügend Platz und Möglichkeiten, den fatalen "lock-down" für die besonders Betroffenen zu vermeiden/aufzuheben! Hier wird pauschal ohne Berücksichtigung der Betroffenen die Wegsperrung unnötigerweise ad absurdum getrieben! Eine Schande - für Behördenauflagen und Unflexibilität der Einrichtungen! An Personalproblemen dürfte das nicht liegen.

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung

Symposium der Paul-Martini-Stiftung

COVID-19 akut: Früher Therapiestart effektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Roboterhand zeigt auf ein Stethoskop

© Slowlifetrader / stock.adobe.com / mit KI generiert

Künstliche Intelligenz

ChatGPT im Praxisalltag nutzen: Wieso diese Verlockung gefährlich ist

Ein Mann tippt etwas auf einem Laptop.

© tippapatt / stock.adobe.com

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Eine Frau mit Rhinitis putzt sich ihre laufende Nase.

© onephoto / stock.adobe.com

Ob allergisch oder nicht

Rhinitis ist signifikant mit Migräne verbunden