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Online-Studie

Beipackzettel für Patienten oft verwirrend

Beipackzettel von Medikamenten sind für Patienten oft nicht zu verstehen. Dabei könnte schon ein kleiner Zusatz helfen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Vor Einnahme eines Medikaments sollte man ja den Beipackzettel lesen, um sich vor allem über die richtige Einnahme und mögliche unerwünschte Wirkungen zu informieren. Dies gestalte sich jedoch meist schwierig, berichtet das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB). Missverständnisse entstünden vor allem, weil vergleichende Angaben dazu fehlten, wie häufig unerwünschte Wirkungen mit und ohne Arzneimitteleinnahme auftreten. Aktuell seien solche vergleichenden Angaben weder auf Beipackzetteln in Deutschland noch in anderen europäischen Ländern zu finden.

Forscher um Viktoria Mühlbauer haben deshalb untersucht, ob alternative Beipackzettel mit ergänzten Vergleichsinformationen Fehlinterpretationen verringern (PLOS ONE 2018; 13(9):e0203800). Dafür zeigten die Forscher in einer Online-Studie 397 Teilnehmern jeweils einen von vier Beipackzetteln. Alle Beipackzettel listeten dieselben vier unerwünschten Wirkungen auf.

Drei der vier Beipackzettel waren allerdings alternative Versionen, die die entsprechende Häufigkeit der Symptome mit und ohne Medikament aufführten und Erklärungen zur Kausalität zwischen Symptomen und der Medikamenteneinnahme lieferten. Der vierte Beipackzettel entsprach dem aktuell in der Praxis verwendeten Standardbeipackzettel. Dieser stellte lediglich Informationen zur Häufigkeit der Symptome unter Medikamenteneinnahme dar.

Bei der anschließenden Befragung punkteten vor allem Teilnehmer, die einen alternativen Beipackzettel gelesen hatten: Während nur zwei bis drei Prozent der Teilnehmer mit Standardbeipackzettel Fragen zur kausalen Häufigkeit korrekt beantworten konnten, waren es bei den alternativen Formaten bis zu 82 Prozent.

Die alternativen Beipackzettel führten somit zu weniger Fehlinterpretationen. "Dass nach wie vor Informationsformate genutzt werden, die Patienten und praktizierende Ärzte verwirren, [gefährdet] die Patienten- und Arzneimittelsicherheit", wird Studienautorin Privatdozentin Dr. Odette Wegwarth vom MPIB in der Mitteilung zitiert. (eb)

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