Organspende

DSO will Transparenz

Die Skandale um Lebertransplantate haben das Vertrauen in die Organspende erschüttert. Jetzt will die DSO Vertrauen zurückgewinnen. Stiftungschef Hess wirbt für das Transplantationsregister.

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Viele Organspendeausweise: Die DSO will Vertrauen zurückgewinnen.

Viele Organspendeausweise: Die DSO will Vertrauen zurückgewinnen.

© Jens Kalaene / dpa

DÜSSELDORF. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) setzt auf den Aufbau eines Transplantationsregisters.

Ein solches Instrument könnte wesentlich dazu beitragen, die Qualität des Organspende- und Transplantation-Systems in Deutschland zu erhöhen, sagte DSO-Vorstand Dr. Rainer Hess bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des bundesweiten Tags der Organspende am 1. Juni.

Die zentrale bundesweite Veranstaltung, die unter dem Motto "Richtig. Wichtig. Lebenswichtig" steht, findet in diesem Jahr in Essen statt.

"Wir haben ein Versorgungsproblem", sagte Hess angesichts der weiter rückläufigen Spendezahlen in Deutschland. In den ersten vier Monaten 2013 ist die Zahl der Spender im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent, die Zahl der gespendeten Organe um zehn Prozent zurückgegangen.

Um das durch die Skandale verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen, sei ein transparentes qualitätsgesichertes Verfahren notwendig. Dabei könne das Transplantations-Register eine wichtige Rolle spielen.

Qualitätssicherung für bessere Ergebnisse

"Es kann zeigen, welche Qualität die Transplantationsmedizin in Deutschland hat und wie die einzelnen Kliniken qualitätsmäßig dastehen."

Parallel zu dem jetzt von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) in Auftrag gegebenen Gutachten, das Ende des Jahres vorliegen soll, könnten die Daten bereits aufbereitet werden. Die gesetzliche Grundlage für die Zusammenführung der Daten könnte 2014 geschaffen werden, hofft Hess.

Für Egbert Trowe vom Vorstand des Vereins Lebertransplantierte Deutschland wäre ein Register ein Fortschritt. "Als Patient kann man sich dann das Krankenhaus suchen, das die beste Qualität hat." Trowe hofft, dass es möglichst schnell Realität wird.

Verbesserungen in der Qualität und der Transparenz des Systems seien angesichts der demografischen Entwicklung dringend notwendig, sagte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

Mit der Alterung nehme der Bedarf an Spenderorganen zu, gleichzeitig steige das Durchschnittsalter der Spender. "Umso wichtiger ist die Qualitätssicherung, um die besten Ergebnisse für die Patienten erzielen zu können", sagte Steffens. (iss)

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