Thema auf dem Ärztetag

Die Bundesärztekammer soll abspecken

Am 12. Mai beginnt der 118. Ärztetag: Dabei soll es auch eine Debatte um eine "Verschlankung der Strukturen" der Bundesärztekammer gehen. Das hat BÄK-Chef Professor Frank Ulrich Montgomery angekündigt. Und es stehen noch weitere strittige Themen auf der Agenda.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
BÄK-Chef Professor Frank Ulrich Montgomery.

BÄK-Chef Professor Frank Ulrich Montgomery.

© Hauke-Christian Dittrich/dpa

BERLIN. Die Bundesärztekammer ist nach wie vor auf der Suche nach Möglichkeiten zur finanziellen Konsolidierung. Die Delegierten des 118. Ärztetags in Frankfurt werden sich deshalb auch mit den Finanzen der Bundesärztekammer (BÄK) beschäftigen.

Zur Debatte stehe eine "Verschlankung der Strukturen", kündigte BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery am Dienstag in Berlin an. Angepeilt sei, aus den bislang 37 Gremien, Ständigen Ausschüssen und Akademien 24 Einheiten zu formen.

Die Gliederungen der Kammer bearbeiteten oft sogar in Personalunion die gleichen Fragestellungen, sagte Montgomery.

Der Ärztetag werde sich mit den aktuellen Gesetzesvorhaben der Regierung auseinandersetzen, sagte der BÄK-Chef.

"Merkwürdige Angelegenheit" Praxisaufkauf

"Ein "ungelöster Konflikt" sei die Aufgabe, auf der einen Seite Terminservicestellen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen einzurichten und auf der anderen Seite die ungeklärten Fragen rund um den "Wegkauf" von Praxen aus vermeintlich überversorgten Planungsbezirken.

Dies sei "eine merkwürdige Angelegenheit". In den Regionen, in denen die "angebliche Überversorgung" am größten sei, gebe es auch am häufigsten Terminprobleme.

Die BÄK setze sich dafür ein, Sanktionen für Patienten vorzusehen, die Termine nicht wahrnehmen, immer vorausgesetzt, die Servicestellen würden Gesetz.

Die Förderung der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin werde von der BÄK begrüßt, sagte Montgomery. Die Regierung will Geld in die Hand nehmen, um die Zahl der Weiterbildungspraxen auf mindestens 7500 aufzustocken.

Warnung vor zu viel Bürokratie

Montgomery regte organisatorische Vereinfachungen an. Es müsse ein durchgängiges Verbundweiterbildungssystem mit einem Vertrag geben, der für Klinik und Praxis gelte.

Montgomery warnte mit Blick auf die Gesetzgebung davor, den Gemeinsamen Bundesausschuss zu einer immer größeren "Bürokratieapparatur" aufzubauen, zum Beispiel mit der Aufgabe, die Richtlinien für ein Zweitmeinungsverfahren zu entwickeln.

Der BÄK-Chef ging auch auf die Debatte um den Direktzugang zu Physiotherapeuten ein, die die Unionsfraktion angestoßen hat. "Man kann mit Physiotherapie Knochen brechen", sagte Montgomery.

Es sei daher verantwortungslos, den Zugang zu den Therapeuten freizugeben. "Wir bestehen auf dem Arztvorbehalt."

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Kommentare
Anita Gradl 29.04.201508:49 Uhr

Eigenständige Physiotherapeuten

Ich will ka nicht überheblich klingen, aber ist es den Befürwortern eigentlich bewusst dass für die Ausbildung zum Physiotherapeuten Hauptschulabschluss und eine drei jährige schulische Ausbildung nötig ist? Also sozusagen Gesellenniveau. Ich kenne Therapeuten die sich dann weoterbilden und durch dir berufliche Praxis wirklich auch gute Diagnostiker wurden,aber von anfang an einen freien Zugang zu den Krankenkassentöpfen zu haben sehe ich problematisch. Da wird de4 Markt überschwemmt. Da müsste sich schon in der Ausbildung etwas tun so wie bei den Holländern, da ist das ein Studiengang. Wohlgemerkt ist die Ausbildung der Ergotherapeuten schwieriger und auch diesen traut es niemand zu selbständig behandeln zu können. Ganz zu schweigen von d

en Psychotherapeuten, die trotz zweier Studiengänge und 1800 Praktikastunden bis ans Ende ihrer Karriere auf die Gutachter angewiesen sind.

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