Direkt zum Inhaltsbereich

Diskussion

Digitalisierung als "wertvolle Ergänzung"

Mut zum Fortschritt, mehr Verantwortung für Kommunen und Offenheit gegenüber der Digitalisierung: Bei einer Podiumsdiskussion in Saarbrücken wurden deutliche Forderungen laut.

Marco MrusekVon Marco Mrusek Veröffentlicht:
Gesundheitswesen muss Digitalisierung gestalten, so der Tenor einer Diskussionsveranstaltung in Saarbrücken.

Gesundheitswesen muss Digitalisierung gestalten, so der Tenor einer Diskussionsveranstaltung in Saarbrücken.

© fotolia.com

SAARBRÜCKEN. Mehr Stärkung und Verantwortung für Kommunen in der Pflege – mit dieser Forderung startete die rheinland-pfälzische Landesgesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) in die Podiumsdiskussion des Fachkongresses "Salut! DaSein gestalten" in Saarbrücken. Dafür sei das Pflegestärkungsgesetz ein Schritt in die richtige Richtung, gehe aber nicht weit genug, so die Ministerin: "Ich hätte mir gewünscht, dass die Kommunen noch mehr Verantwortung übernehmen können für das, was vor Ort angeboten wird. Denn wer, wenn nicht die Kommunen, weiß, wo der Bedarf vor Ort ist?" Deshalb sollten Kommunen die Möglichkeiten haben, Pflegeangebote stärker zu steuern, so Bätzing-Lichtenthäler.

Das sei auch deshalb nötig, erklärte Cornelia Hoffmann-Bethscheider, ehemalige SPD-Politikerin und derzeitige Präsidentin des Sparkassenverbandes Saar, weil der Bereich der Gesundheitswirtschaft stark von Strukturveränderungen geprägt sei – auch mit Blick auf die Digitalisierung. "Ob man Digitalisierung will oder nicht, ist vollkommen egal. Sie kommt", betonte Hoffmann-Bethscheider. "Wenn man nicht mitmacht, macht es halt der Konkurrent."

Deshalb solle man den digitalen Wandel nicht bloß hinnehmen, sondern ihn auch gestalten, wo es möglich ist, hakte Bätzing-Lichtenthäler ein. Die Digitalisierung im Gesundheitswesen solle nie einen Ersatz darstellen. "Aber ich denke, sie kann gerade für Flächenländer eine wertvolle Ergänzung sein und dort zur Entlastung und zur Sicherstellung der Versorgung beitragen."

Die Herausforderungen für die Versorgung durch den demografischen Wandel betonte auch Bernd Mege, Geschäftsführer der Saarland-Heilstätten GmbH: "Es macht in der Tat einen Unterschied, ob Sie mehr ältere Menschen versorgen als jüngere." Die zeitliche Inanspruchnahme des Arztes unterscheide sich je nach Alter des Patienten. Im niedergelassenen Bereich sei es deshalb wichtig, diesen veränderten Bedarfen durch die Demografie Rechnung zu tragen.

Zahlen für den Wandel in der Gesundheitsbranche hatte Harald Kuhne, Leiter der Zentralabteilung des Bundeswirtschaftsministeriums, dabei. "Die Gesundheitsbranche ist eine der dynamischsten Branchen in der Bundesrepublik." In den letzten zwölf Jahren seien eine Million Erwerbstätige zur Gesundheitsbranche dazugekommen. Diese erwirtschafte zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Die Branche spiele für das Saarland eine besondere Rolle, hob Dr. Thomas Lamberty hervor, der Landesgesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) beim Kongress vertrat. 88.000 Menschen arbeiteten im Saarland in der Gesundheitswirtschaft, das sei jeder sechste Erwerbstätige.

Auch wenn die Gesundheitsbranche kostspielig sei, habe sie einen wichtigen Platz in der Gesellschaft, betonte Kuhne. "Über die Finanzierung des Ganzen wird immer viel geredet. Aber eine Gesellschaft kann ihr Geld auch dümmer ausgeben, als dafür, dass die Menschen gesund leben. Dafür muss man sich nicht schämen. Das ist eine gute Investition – sowohl für die Unternehmen als auch für die Menschen selber."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Die Novelle der GOÄ kommt – echt jetzt?

Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt

Aufnahme ins Wählerverzeichnis zur Kammerversammlung: Nicht per Eilantrag

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Dr. Tino Großmann, Senior Vice President Connectivity bei der CompuGroup Medical

© CGM

„ÄrzteTag extra“-Podcast

„Die eAU wird der entscheidende Meilenstein sein“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: CompuGroup Medical
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sechs Monate längeres Gesamtüberleben

Daraxonrasib beim Pankreaskarzinom: Besser als die Chemotherapie?

Medikalisierung und Desinformation

Wie Social Media elterliche Entscheidungen prägt

Lesetipps
Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Tollwut-Impfung: Bei wem zahlt die Krankenkasse?

Harnwegsinfekt bei einem Mann

© anut21ng Stock / stock.adobe.com

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf