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Krebs

Es bleibt der Wunsch nach besseren Daten

Welche Kriterien sollen für die Nutzenbewertung der individuellen Krebstherapie gelten? Wird das Gesundheitssystem überfordert? Eine Debatte beim Hauptstadtkongress.

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Über die neuen Herausforderungen für Politik und Versorgung in der Therapie von Krebs referierte Professor Bertram Häusler vom IGES Institut.

Über die neuen Herausforderungen für Politik und Versorgung in der Therapie von Krebs referierte Professor Bertram Häusler vom IGES Institut.

© Stephanie Pilick

Von Angela Misslbeck

BERLIN. "Wir können Dinge erreichen, von denen wir bis vor Kurzem noch nicht zu träumen wagten, aber wir müssen überlegen, wie wir diese Erfolge in eine tragbare Umsetzung bringen", sagte der Onkologe Professor Dirk Jäger vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Neue individuelle Krebstherapien müssen seiner Meinung nach noch viel deutlicher zeigen, dass sie besser seien als Standardtherapien.

Dagegen vertrat Professor Bertram Häussler vom IGES Institut die Auffassung, "dass die neuen Krebs-Arzneimittel durch aus ihren Nutzen zeigen". In keiner anderen Medikamentengruppe attestiert der Gemeinsame Bundesausschuss so selten einen fehlenden Zusatznutzen wie bei Krebsmedikamenten. In der Frage der Finanzierbarkeit gab Häussler sich zuversichtlich, obwohl die Kostensteigerungen für Krebsmedikamente nach seinen Angaben mit rund zwölf Prozent jährlich dreimal so hoch sind wie für alle anderen Arzneimittel.

"Im Verhältnis zum Nutzen zu hoch" sind die Preise aus Sicht der Patientenvertreterin Dr. Ulrike Holtkamp von der Stiftung Deutsche Leukämie- & Lymphom-Hilfe. "Bei diesen Preisen würde ich erwarten, dass das Medikament einen Patienten heilen kann", sagte sie. Sie berichtete, dass Patienten zunehmend Probleme hätten, die Kosten erstattet zu bekommen.

Holtkamp wies auch darauf hin, dass für Patienten nicht nur die gewonnenen Lebensmonate zählen. Wichtige Kriterien für die Bewertung einer Krebstherapie aus Patientensicht seien vor allem die Lebensqualität, Krankheitslast und Nebenwirkungen. Viele Patienten hätten zudem den Wunsch, ein Medikament nach gewisser Zeit wieder abzusetzen.

Andere Kriterien für die Nutzenbewertung forderte auch Dr. Patrick Horber von AbbVie. Er hält eine Diskussion über relevante Endpunkte für die Nutzenbewertung von Krebsmedikamenten für nötig. "Das Gesamtüberleben hat nicht mehr diese Aussagekraft", sagte Horber. Als alternative Kriterien schlug er unter anderem die Zeit bis zur nächsten Behandlung und Ansprechraten vor.

Dagegen hält Dr. Florian Jan-tschak, Arzneimittel-Referent des GBA, solche Änderungen an der Nutzenbewertung für unnötig. "Wir brauchen keine anderen Bewertungsendpunkte. Wir brauchen andere Studien", sagte Jantschak.

Eine bessere Datenlage wünscht auch die Politik. CDU-MdB Dr. Georg Kippels und seine SPD-Kollegin Sabine Dittmar forderten, eine Systematisierung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, die schnell in einen Patientennutzen münden müsse. Dittmar regte ein Nationales Krebsregister an, wenn die Länder-Register zum Jahresende etabliert sind. (ami)

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