SARS-CoV-2

Experten zweifeln am spanischen COVID-19-Impfplan

Bis zum Sommer soll ein Großteil der Spanier die Impfung gegen COVID-19 erhalten. Ärzteverbände halten diese Pläne der Regierung allerdings für zu ehrgeizig.

Manuel MeyerVon Manuel Meyer Veröffentlicht:
Spanien hat ambitionierte Impfpläne gegen SARS-CoV-2. Aber Ärztevertreter zweifeln an der Umsetzbarkeit.

Spanien hat ambitionierte Impfpläne gegen SARS-CoV-2. Aber Ärztevertreter zweifeln an der Umsetzbarkeit.

© Sascha Steinach / dpa

Madrid. Am Dienstag kündigte Spaniens Gesundheitsminister Salvador Illa an, bis Juni nächsten Jahres zwischen 50 und 70 Prozent der insgesamt 47 Millionen Spanier gegen SARS-CoV-2 impfen zu wollen. Sein Ministerium rechnet sogar damit, dass bis Ende kommenden Jahres 100 Prozent der Bevölkerung gegen das Corona-Virus geimpft sind.

Lesen sie auch

Experten bezweifeln allerdings, dass die Durchimpfung der gesamten Bevölkerung so schnell mit dem vorgesehenen nationalen Impfplan möglich ist, da die Impfungen in landesweit 13.000 Gesundheitszentren stattfinden sollen.

„Aufgrund personeller Engpässe dürften die spanischen Gesundheitszentren, die in der Corona-Pandemie schon jetzt mit der Grippeimpfung an ihre Grenzen kommen, nicht in der Lage sein, den geplanten Impfzeitplan einzuhalten“, stellt Francisco Miralles, Generalsekretär der spanischen Ärztegewerkschaft CESM, klar.

Gesundheitszentren zu klein für Massenimpfungen

Zudem sei es nicht so einfach, räumlich diese Massenimpfungen in den vorgesehenen Gesundheitszentren vorzunehmen. In diesem Zusammenhang spricht sich Miralles deshalb für den deutschen Weg aus, wo großflächige Impfzentren in Turn-, Messe- und Konzerthallen vorgesehen sind.

Um das staatliche Gesundheitspersonal bei den Massenimpfungen zu unterstützen fordert Spaniens Ärztegewerkschaft zudem mehr Personal oder wie in Deutschland die mögliche Unterstützung der Armee.

Minus 70 Grad – logistische Herausforderung

Ob bis Juni tatsächlich 70 Prozent der Spanier geimpft und diese Impfungen in 13.000 Gesundheitszentren vorgenommen werden können, bleibe tatsächlich abzuwarten, meint auch Amós García Rojas, Vorsitzender der spanischen Impfvereinigung.

„Spaniens Gesundheitszentren sind logistisch nicht in der Lage, beispielsweise die ersten Impfstoffe von Pfizer und BioNTech bei Temperaturen von minus 70 Grad zu lagern“, gibt er zu bedenken. Hier müsse das Gesundheitsministerium noch Lösungen finden.

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Zwei Empfehlungen mehr

WHO aktualisiert Europäischen Kodex gegen Krebs

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

© Springer Medizin Verlag GmbH

Impfungen – ob Influenza oder Reisezeit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Rita Süssmuth steht in ihrem Büro im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung