Gesundheitswirtschaft

Fast zehn Milliarden Euro für die Forschung

Vor allem die Forschung in der industriellen Gesundheitswirtschaft wächst mit einer jährlichen Rate von 5,7 Prozent besonders dynamisch.

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:

Berlin. Die Bruttowertschöpfung von Forschung und Entwicklung im Medizinsektor in Deutschland hat im Jahr 2019 rund 9,6 Milliarden Euro erreicht. Etwa zwei Drittel davon – 6,4 Milliarden Euro – entfallen auf die Forschung in der industriellen Gesundheitswirtschaft, insbesondere auf pharmazeutische Industrie und Medizintechnik. In diesen Industrien hat die Wirtschaftsleistung von Forschung und Entwicklung seit 2011 um 2,4 Milliarden Euro oder 60 Prozent zugenommen – das ist eine jährliche Wachstumsrate von 5,7 Prozent.

Weitaus weniger dynamisch verläuft das Wachstum in den staatlich finanzierten Forschungseinrichtungen der Medizin: Die Wertschöpfung in diesen Bereichen – Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen – nahm seit 2011 um 45 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu – eine jährliche Wachstumsrate von vier Prozent.

Entsprechend hat sich die Zahl der Mitarbeiter entwickelt: Sie stieg im Bereich der Industrieforschung mit 21.000 zusätzlichen Beschäftigten mehr als doppelt so stark wie an den staatlich finanzierten Forschungsstätten (plus 10.000 Mitarbeiter).

Investitionen beflügelten Biotechnik-Industrie

Von herausragender Bedeutung im Forschungsbereich ist die Entwicklung von Humanarzneimitteln, die 44 Prozent der Wertschöpfung des gesamten F+E-Bereichs der Gesundheitswirtschaft ausmachen. An zweiter Stelle stehen Universitäten mit einem Anteil von 33 Prozent, gefolgt von den Forschungseinrichtungen außerhalb der Hochschulen (14 Prozent) und der Medizintechnik-Industrie.

379

Mrd. Euro

Bruttowertschöpfung erreichte die Gesundheitswirtschaft in Deutschland im Jahr 2019. Medizin, Pflege sowie Pharma- und Medizintechnik-Industrie, Großhandel und Apotheken erwirtschaften 12,3 Prozent der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung.

Der Löwenanteil der Wissenschaftler (53 Prozent) ist allerdings an Hochschulen und Einrichtungen des Gesundheitswesens, überwiegend Krankenhäusern, beschäftigt. An zweiter Stelle – 29 Prozent – stehen die Wissenschaftler in der Arzneimittelforschung. Die hohen Forschungsinvestitionen haben in den letzten zehn Jahren vor allem eine Branche beflügelt: die Biotechnik-Industrie. Ihre Bruttowertschöpfung hat zuletzt elf Milliarden Euro erreicht, das jährliche Wachstum liegt seit 2011 bei 5,4 Prozent.

Beispiele für die Innovationsfähigkeit der Branche ist die Entwicklung neuartiger hochwirksamer Arzneimittel gegen Krebs oder die mRNA-Technologie und die darauf basierenden Impfstoffe gegen COVID-19 – die größte Hoffnung und wahrscheinlich wirksamste Waffe im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Inzwischen sind fast 76.000 Mitarbeiter in dieser Branche beschäftigt – 26.000 mehr als noch vor zehn Jahren. (HL)

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