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Grippeimpfstoffe

GBA will an engem Markt nicht schuld sein

Nach zuletzt außergewöhnlich langer Grippesaison scheint die Nachfrage nach neuem Impfstoff jetzt größer als erwartet. Die Umstellung auf quadrivalente Präparate sei aber nicht der Grund für die Angebotsverknappung, betont der GBA.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:
Die Diskussion um mögliche Versorgungsprobleme bei Impfstoffen nimmt Fahrt auf.

Die Diskussion um mögliche Versorgungsprobleme bei Impfstoffen nimmt Fahrt auf.

© miss_mafalda / stock.adobe.com

BERLIN. Der Gemeinsame Bundesausschuss will für die enge Marktlage bei Grippeimpfstoff nicht verantwortlich gemacht werden.

Wie der GBA-Vorsitzende Professor Josef Hecken in einer Stellungnahme am Freitag erklärte, habe er bereits Mitte Januar „mediale Spekulationen zurückgewiesen“, das Gremium würde die neue STIKO-Impfempfehlung zugunsten viervalenten Grippeimpstoffs nicht rechtzeitig umsetzen.

Hecken: „Noch bevor die WHO am 22. Februar die Antigenkombination des Vierfach-Impfstoffs für die Saison 2018/2019 bekannt gegeben hat, war also etwaigen Unsicherheiten in Bezug auf die turnusgemäße Produktion der benötigten Grippe-Impfstoffe für den deutschen Versorgungskontext vorgebeugt.“

Anfang April – und damit noch in der gesetzlich vorgesehenen Dreimonats-Frist – hatte der GBA dann die Beschlussfassung zur standardmäßig quadrivalenten Grippeimpfung veröffentlicht.

Jedoch hielt auch in der Zwischenzeit die Kritik am GBA an. So hatte etwa die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine zügigere Anpassung der Schutzimpfungs-Richtlinie gefordert.

Doch für die Marktversorgung sind nach Auffassung des GBA-Chefs ausschließlich die Anbieter zuständig. „Wieviel Impfstoff produziert wird, kalkulieren die jeweiligen Hersteller eigenverantwortlich.“

AOK: "Lieferengpässe im Nordosten nie ein Thema"

Unterdessen weist die AOK Nordost, die ein umstrittenes Einkaufsmodell mit der Apothekerschaft in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vereinbart hat, darauf hin, dass es in ihrem Gebiet keinerlei Probleme gebe.

Als „erste Region in Deutschland“ habe man schon im Februar den Bedarf ermittelt, „so dass der Grippeimpfstoff frühzeitig bestellt werden konnte,“ versichert Susanne Dolfen, Leiterin Arzneimittelversorgung. Lieferengpässe für Grippeimpfstoffe seien „im Nordosten nie ein Thema“ gewesen, lobt Dolfen die langjährig geübte Einkaufspraxis.

Danach handeln die Apotheker mit einem Hersteller – aktuell ist das Mylan – einen Preis aus, den sie zuzüglich Marge als Dosis-Festpreis an die AOK weitergeben.

Gegen diesen Deal sind bereits mehrere Klagen anhängig, aber noch kein rechtskräftiges Urteil ergangen.

Das im Gesetzgebungsverfahren befindliche Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) enthält eine Regelung, nach der sich dieses Einkaufsmodell für Impfstoffe aus Apothekersicht nicht mehr lohnt.

Wir haben den Beitrag aktualisiert am 02.11.2018 um 16:55 Uhr.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Grippeimpfung: Die Schuld an Lieferengpässen

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