PKV

Großzügigkeit soll Ottonova neue Kunden bringen

Die Mitnahme sämtlicher Alterungsrückstellungen verspricht Deutschlands erster digitaler PKV-Anbieter seinen Kunden.

Veröffentlicht:

KÖLN. Der digitale Krankenversicherer Ottonova will ab sofort wechselwilligen Kunden die angesparten Alterungsrückstellungen in vollem Umfang mitgeben.

Dafür hat das Start-up die sogenannte "Zufriedenheits-Garantie" entwickelt. Es will vor allem junge wechselwillige Kunden locken, die bislang in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert waren, die aber finanzielle Einbußen bei den Alterungsrückstellungen fürchten.

Denn: Bei Verträgen, die nach dem 1. Januar 2009 geschlossen wurden, müssen die PKV-Anbieter bei einem Wechsel den Teil der Alterungsrückstellungen mitgeben, der dem Umfang des Basistarifs entspricht. Bei älteren Verträgen verbleiben die Alterungsrückstellungen komplett beim Ursprungsunternehmen.

"Bestehende und neue Kunden können ihre Alterungsrückstellung mitnehmen, wenn sie zum Ablauf der Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren die Versicherung ordentlich kündigen", sagt Ottonova-Gründer und -Chef Roman Rittweger.

Mit den Alterungsrückstellungen sparen PKV-Versicherte in jungen Jahren Beiträge für höhere Kosten im Alter an.

"Ohne finanzielles Risiko testen"

Gezahlt werden sie aus den Beiträgen der Kunden. Die meisten Gesellschaften behalten allerdings bei einem Anbieterwechsel einen Teil der Alterungsrückstellungen ein und begründen dies mit ansonsten steigenden Prämien für die verbleibenden Kunden.

Je nach Dauer der Versichertenzeit kann der Betrag sehr hoch sein. Deswegen ist ein Wechsel des Versicherers für viele Kunden keine gute Option, auch wenn sie mit ihm unzufrieden sind. Insgesamt haben PKV-Versicherte Alterungsrückstellungen in Höhe von derzeit 250 Mrd. Euro angespart.

Kunden, die sich für die Zufriedenheits-Garantie interessieren, könnten den Anbieter ohne finanzielles Risiko testen, so Rittweger. "Sind wir nicht die richtige Wahl, ist ein Wechsel zu einem anderen privaten Krankenversicherer ohne Verlust der bei uns angesparten Alterungsrückstellungen möglich."

Der Betrag werde komplett an den neuen Versicherer übertragen. Diese Politik kann sich Ottonova als junger Versicherer mit wenigen Kunden allerdings eher leisten als etablierte Anbieter.

Nach Angaben von Ottonova liegt die Höhe der Mitgabe zwischen circa 500 Euro in jungen Jahren, und steigert sich dann auch auf mehrere Tausend Euro bei Versicherten mittleren Alters. "Diese Beiträge ergeben sich allein in den zwei Jahren der Mindestvertragslaufzeit", sagt Rittweger.

Unternehmen seit Juni 2017 am Start

Ottonova, das im Juni 2017 den Geschäftsbetrieb aufnahm, kam im ersten Jahr auf Prämieneinnahmen von 31.000 Euro. Die Anzahl der Versicherten soll im niedrigen dreistelligen Bereich liegen.

Genaue Zahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht.Seit knapp einem Jahr bietet Ottonova seinen Kunden auch Video-Konsultationen an und kooperiert dafür mit dem Schweizer Unternehmen Eedoctors.

Mithilfe der telemedizinischen Abklärung können sich Versicherte gegebenenfalls einen Arztbesuch ersparen.

Bislang hätten rund 70 Prozent der Versicherten die Funktion des Arzt-Video-Chats freigeschaltet, rund 20 Prozent hätten die Beratung schon einmal genutzt. Die Nachfragen beträfen vor allem die Allgemein- und die Notfallmedizin, liegen aber auch im kinderärztlichen Bereich, so Ottonova. (acg)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps
Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft