Direkt zum Inhaltsbereich

GKV-Finanzstabilisierungsgesetz

Holetschek dringt auf Korrekturen bei den Plänen zur GKV-Finanzierung

Die Pläne des Bundes zur GKV-Finanzierung in der jetzigen Form seien eine „herbe Enttäuschung“, sagt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. Unterfinanzierung werde langfristig nicht beseitigt, sondern verschärft.

Veröffentlicht:

München. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek dringt auf Korrekturen am geplanten GKV-Finanzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung. Holetschek kritisierte am Sonntag in München mit Blick auf die für den 16. September geplanten Beratungen des Bundesrates zum entsprechenden Gesetzentwurf: „Es fehlt weiterhin an einem Gesamtkonzept zur langfristigen Stabilisierung der Kassenfinanzen. Der Bund will von der Substanz zehren, anstatt endlich eine auskömmliche Finanzierung sicherzustellen. Die Unterfinanzierung wird so langfristig nicht beseitigt, sondern verschärft.“

„Die geplante Abschmelzung der Rücklagen der gesetzlichen Krankenkassen löst die strukturellen Probleme nicht. Stattdessen muss der Bundeszuschuss zur GKV viel deutlicher als um die bisher geplanten zwei Milliarden Euro erhöht werden“, wird Holetschek in einer Mitteilung des Bayerischen Gesundheitsministeriums zitiert.

Zur Stabilisierung der Einnahmen sei eigentlich eine vollständige Erstattung der versicherungsfremden Leistungen aus Steuermitteln geboten. Es handele sich hier um gesamtgesellschaftliche Aufgaben, die nicht allein von den Beitragszahlern in der GKV finanziert werden dürften. „Hier muss der Bund umsteuern. Bis dahin brauchen wir zur Entlastung dringend und unverzüglich eine verlässliche Dynamisierung des Bundezuschusses statt einer Festlegung nach aktueller Kassenlage des Finanzministers“, so Holetschek in der Mitteilung vom Sonntag.

Der Minister fügte hinzu: „Seit Jahren ist bekannt, dass der Bund die Gesundheitskosten für Empfänger von Arbeitslosengeld II nicht annähernd in ausgabendeckender Höhe erstattet. Die Finanzierungslücke beträgt aktuell rund zehn Milliarden Euro jährlich. Käme der Bund seiner Verantwortung hier nach, bräuchten wir nicht über die weitere Plünderung der Kassenrücklagen zu diskutieren.“

Insgesamt sei der Gesetzentwurf auch in der jetzigen Form eine herbe Enttäuschung. Holetschek: „Weder können damit steigende Zusatzbeiträge verhindert noch die Finanzlage der Kassen nachhaltig stabilisiert werden. Hierfür wäre eine Strukturreform mit Mut zu echten Veränderungen nötig.“ (eb)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt