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Herzsportgruppen

Im Nordosten sind betreuende Ärzte rar

In Mecklenburg-Vorpommern stehen mehrere Herzsportgruppen vor dem Aus, warnt die Ärztekammer.

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ROSTOCK. Herzgruppen in Mecklenburg-Vorpommern suchen dringend betreuende Ärzte. Vor allem niedergelassene Ärzte sind als Betreuer für eine der derzeit 132 Gruppen im Nordosten nur schwer zu überzeugen.

Dabei ist die ärztliche Betreuung der Herzgruppen wichtig und entlastet auch Kollegen in den Praxen. Für die Arbeit in den Herzgruppen warb Dr. Annegret Schlicht bei einem Präventionstag in der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern. Das Vorstandsmitglied der Kammer warnte: "Etliche Herzsportgruppen in unserem Bundesland stehen vor dem Aus." Denn von den insgesamt 150 Ärzten, die die Betreuung derzeit übernehmen, sind rund drei Viertel im Rentenalter.

Die weiteren Ärzte arbeiten in aller Regel in Akut- oder Rehakliniken. Nur zwei der 150 Ärzte sind niedergelassen. Bedarf an weiteren Ärzten gibt es in fast allen Landesteilen, besonders in der Landeshauptstadt Schwerin besteht Handlungsbedarf.

Schlicht machte auf dem Präventionstag in Rostock deutlich, dass es bei der Betreuung der Gruppen nicht ausschließlich darauf ankommt, bei Notfällen sofort eingreifen zu können. Sie sieht eher die beratende Funktion im Vordergrund – was zu deutlich weniger Nachfragen in Sprechstunden führt. Die Teilnehmer der Gruppen erreichten durch die ärztliche Betreuung mehr Leistungsfähigkeit und Lebensqualität.

Die Teilnahme an den Trainingsabenden hat für die Patienten auch einen sozialen Aspekt – sie können sich dort mit Menschen austauschen, die unter vergleichbaren Problemen leiden und sie erfahren, wie belastbar sie noch sind. Dies ist wichtig, weil viele Patienten nach überstandenem Infarkt dem Risiko erneuter Herzprobleme, aber auch etwa von Depressionen ausgesetzt sind.

Für die Teilnahme an den Herzgruppen ist eine ärztliche Verordnung erforderlich. Nach Schlichts Erfahrungen sind die meisten Teilnehmer sehr dankbar für die Gruppenarbeit und um Folgeverordnungen bemüht. Ärzte im Land erhalten derzeit ein Stundenhonorar von 30 Euro für die Arbeit in den Herzgruppen. (di)

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