Individuelle Verblisterung erhöht Sicherheit

MÜNCHEN (sto). Die patientenindividuelle Arzneimittel-Verblisterung für Bewohner von Pflegeheimen erhöht die Arzneimittelsicherheit und Versorgungswirtschaftlichkeit der teilnehmenden Senioren.

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Zu diesem Ergebnis ist eine wissenschaftliche Begleitstudie zu einem Modellvorhaben der AOK Bayern gekommen. An dem Modellprojekt haben bayernweit 581 Pflegeheimbewohner aus 19 Pflegeheimen teilgenommen, die durch zehn Apotheker mit Arzneimittel-Blistern versorgt wurden.

Die teilnehmenden Apotheken haben originalverpackte Arzneimittel "entblistert" und in mehreren Arbeitsschritten maschinell alle für einen Patienten verordneten Medikamente in der jeweils benötigten Dosis neu "verblistert". Gewöhnlich stellen die Pflegekräfte die verordneten Medikamente patientenindividuell zusammen.

Die Arzneimittel-Verblisterung führe zu einer deutlichen Entlastung und Zeitersparnis für die Pflegekräfte bei gleichzeitig erhöhter Versorgungsqualität, erklärte Professor Günter Neubauer, dessen Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) das Modellvorhaben wissenschaftlich begleitet hat.

Die Studie habe außerdem ergeben, dass die Ausgaben für die durch Arzneimittelblister versorgten Pflegeheimbewohner in der Tendenz höher ausfallen. Grund dafür sei vermutlich eine intensivere Betreuung im Projekt, etwa weil die Dauermedikation von Patienten häufiger überprüft wurde.

Durch die patientenindividuelle Verblisterung könnten eventuell negative und vermeidbare Nebenwirkungen bei der Arzneimitteltherapie reduziert werden, so dass weniger Krankenhausaufenthalte nötig sind als bisher, meinte der Vorsitzende der AOK Bayern Dr. Helmut Platzer.

Die Auswertungen seien in diesem Punkt jedoch nicht eindeutig. Die AOK Bayern stehe jetzt vor der Entscheidung, ob die patientenindividuelle Verblisterung auf die AOK-Pflegenetze ausgeweitet werden soll.

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