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vfa beklagt Zwangsrabatt

Investition in Forschung ausgebremst

Für die Pharmaindustrie ist klar: Der Zwangsrabatt ist ein Auslaufmodell. Trotz hoher Hürden wird weiter geforscht.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

BERLIN. Als "höchst fragwürdige ordnungspolitische Maßnahme" hat vfa-Vorsitzender Dr. Hagen Pfundner den erhöhten Zwangsrabatt bezeichnet. Es sei undenkbar, dass eine kommende Regierung eine rechtlich haltbare Grundlage für eine Verlängerung hätte, sagte Pfundner am Dienstag in Berlin.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der 44 vfa-Mitgliedsunternehmen hätten in den vergangenen drei Jahren stagniert. Dies weise auf eine Korrelation zwischen der "Sondersteuer auf Innovationen" und der Forschungstätigkeit hin, sagte Pfundner.

Der Zwangsrabatt soll zum Jahresende von 16 auf sechs Prozent abgesenkt, das Preismoratorium aufgehoben werden. Der unparteiische Vorsitzende des GBA, Josef Hecken, hatte aber in der vergangenen Woche eine Verlängerung dieser Instrumente ins Spiel gebracht.

Er habe Signale aus der Industrie, dass den Unternehmen dies mehr Planungssicherheit gebe als die mit unwägbaren Risiken behaftete Nutzenbewertung ihrer patentgeschützten Medikamente.

Trotz aller Einschränkungen profitieren die forschenden Pharmaunternehmen von der Stabilität des Standortes Deutschland. 23 von 44 vfa-Unternehmen betrieben ihre Laborforschung auch in Deutschland.

Von den neuen Wirkstoffen, die international in Studien seien, kämen zwölf Prozent aus Deutschland. Die hohe Fermenterkapazität mache Deutschland zur Nummer zwei hinter den USA bei der Produktion von Biopharmazeutika.

Pfundner goss aber auch Wasser in den Wein. Die vfa-Unternehmen gäben in Deutschland elf Milliarden Euro im Jahr für Forschung und Sachanlagen sowie Steuern aus. Im Gegenzug ließen sich mit patentgeschützten Arzneimitteln im Inland lediglich Einnahmen von sieben Milliarden Euro generieren.

Dies fördere die Exportabhängigkeit der Industrie. Pfundner erneuerte die alte Forderung der Pharmaunternehmen, Forschungsaufwand gezielt steuerlich zu fördern.

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