Astra Zeneca-Impfstoff

KV Brandenburg: Neue Corona-Vakzine rasch in die Hausarztpraxen!

KV-Chef Noack plädiert dafür, den in Kürze erhofften Corona-Impfstoff von Astra Zeneca in Hausarztpraxen zu verimpfen. Um den zweiten Impftermin müsse sich auch niemand Sorgen machen.

Benjamin LassiweVon Benjamin Lassiwe Veröffentlicht:
Dr. Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KV Brandenburg: Den Impfstoff rasch in die Fläche zu bringen geht nur über Hausarztpraxen.

Dr. Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KV Brandenburg: Den Impfstoff rasch in die Fläche zu bringen geht nur über Hausarztpraxen.

© Patrick Pleul/dpa

Potsdam. Der Vorstandsvorsitzende der KV Brandenburg, der Cottbuser Chirurg Dr. Peter Noack, hat sich für ein schnelles Ausrollen des Astra Zeneca-Imfpstoffs in die Hausarztpraxen ausgesprochen. „Die Meinung der KVBB ist da ganz klar: Sobald es einen händelbaren Impfstoff gibt, muss er in die Breite und in den Praxen verimpft werden“, sagte Noack der „Ärzte Zeitung“. „Bei dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff geht das nicht, auch wenn es Ärzte gibt, die das anders sehen.“

Beim Moderna-Impfstoff habe man schon darüber diskutiert. „Aber wegen der Knappheit des Impfstoffs brauchen wir auch den vorerst für die Impfzentren, zumal es nichts bringt, alle 14 Tage 2400 Impfdosen an Brandenburgs Praxen zu verteilen.“

„Am besten in allen Praxen“

Bei Astra Zeneca werde es aber anders sein. „Wenn wir den Impfstoff in die Fläche bringen wollen, um eine Herdenimmunität zu erreichen und die Wartezeit auf die Impfung zu verkürzen, geht das nur über die Arztpraxen“, sagte Noack. „Also so schnell wie möglich, und am besten in allen Praxen.“

Als „richtig und wichtig“ bezeichnete Noack auch eine schnelle Impfung der niedergelassenen Ärzte. „In der Priorisierungsliste nach der Impfverordnung aus dem Hause Spahn stehen die niedergelassenen Ärzte aber nicht an erster Stelle“, sagte Noack. „In Brandenburg läuft es so: Ärzte, die in Heime gehen, und dort impfen oder die in Impfzentren helfen, werden auch selbst geimpft.“

Zudem wolle man „die Ärzte, die in ihren Praxen viele COVID-Patienten behandeln, etwas vorziehen – denn sie sind in unseren Augen gleichgestellt mit den Medizinern in den Kliniken, die viele COVID-19-Patienten behandeln.“ Dies sei aber wegen der momentanen Impfstoffknappheit nicht vollständig umsetzbar.

Keine Sorge um zweiten Impftermin

Ohnehin habe das Land Brandenburg schon auf eine Schwankungsreserve zurückgreifen müssen, die man für eventuelle Lieferschwierigkeiten bei den Impfstoffen angelegt habe. „Die hat uns nun ein paar Tage Zeit gegeben, unser Konzept anzupassen“, sagte Noack. Im Land müsse niemand um den zweiten Impftermin fürchten. „Dafür ist der nötige Impfstoff da.“ Zudem erklärte Noack, dass die Ärzteschaft grundsätzlich bereit sei, auch Samstag und Sonntag zu impfen. Das sei aber noch nicht möglich, weil derzeit noch nicht genügend Impfstoff dafür da sei.

Unter Bezugnahme auf die Probleme mit der als Impfhotline genutzten 116 117, die Anfang des Jahres wegen eines Ansturms von Impfwilligen großflächig zusammenbrach, plädierte Noack für ein besseres Management bei der Terminvergabe. „Mit der Erkenntnis von heute, und da werden wir auch mit den anderen Beteiligten reden, muss man versuchen, die Anrufwelle zu kanalisieren und besser zu managen“, sagte Noack.

„Rein technisch funktioniert das Callcenter“, sagte Noack. „Nur das riesige Anrufaufkommen, das ist das Problem.“ Das müsse durch Informationen der Bürger besser kanalisiert werden. Vielleicht müsse es hier künftig eine Kombination aus einem Anschreiben und der zentralen Hotline geben, so der KV-Chef.

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