Berufspolitik

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KV Sachsen und AOK weiten Versorgungsangebot aus

Neue Verträge sollen helfen, die medizinische Versorgung von Diabetikern, psychisch Kranken, Rheumapatienten und Menschen mit Durchblutungsstörungen zu verbessern.

DRESDEN (tt). Die KV Sachsen will die Versorgung von Patienten mit Diabetischem Fußsyndrom (DFS) verbessern. Mit der AOK wurden außerdem Verträge zum Versorgungsmanagement für Patienten mit psychischen Erkrankungen, Durchblutungsstörungen am Bein und rheumatoider Arthritis abgeschlossen, so Vertreter von KV und AOK Sachsen/Thüringen zur "Ärzte Zeitung".

Die Verträge sehen vor, dass Ärzte, die sich an diesen Versorgungsformen beteiligen, sich gegen Zahlung einer Sondervergütung verstärkt auf die Behandlung der Symptome für die genannten Leiden konzentrieren und dann für eine zügige Vermittlung an Spezialisten sorgen. Teilnehmen können Haus- und Fachärzte.

Mit den neuen Versorgungsverträgen solle "die Sensibilität für diese Krankheitsbilder erhöht werden", erklärte der stellvertretende KV-Vorstandsvorsitzende Heiner F. Porst. Die KV hoffe, dass mit den Verträgen "Leid und Kosten vermieden werden", so Porst.

Er rechne vor allem damit, dass sich durch den Vertrag zum DFS die Zahl der Krankenhauseinweisungen und der Amputationen senken lasse. Rolf Steinbronn, Vorstandsvorsitzender der AOK Sachsen und Thüringen, ist sicher, dass mit den Verträgen die "Lücken in der regionalen Versorgungsstruktur" geschlossen werden. Außerdem soll sich die Zahl der Doppeluntersuchungen verringern.

Beim DFS-Vertrag stellt der Arzt bei entsprechenden Anzeichen den Patienten sofort oder mindestens einmal jährlich einer diabetischen Fußambulanz vor. Hier rechnet die AOK mit der höchsten Beteiligung, denn prinzipiell komme eine Teilnahme für etwa 10 600 Betroffene in Frage, sagt Andrea Epkes, Geschäftsbereichsleiterin Versorgung, bei der AOK.

Die anderen Versorgungsangebote könnten von etwa 5000 Versicherten in Anspruch genommen werden.

Beim Vertrag PsycheAktiv arbeiten Fach- und Hausärzte mit Therapeuten zusammen, die die sozialpsychiatrische Betreuung übernehmen. So soll ein schnellerer Therapiebeginn möglich werden. Mit dem Vertrag UlzeraCvi habe man schon "gute Erfahrungen in Thüringen" gemacht, so die AOK. Bei chronisch venöser Insuffizienz und Durchblutungsstörungen am Bein sichert ein auf die Behandlung von Wunden spezialisierter Arzt die Diagnose des Hausarztes und erstellt einen Behandlungsplan, den der Hausarzt dann umsetzt.

 Mit dem Vertrag RheumaAktiv wiederum wird eine schnelle Überweisung zum Rheumatologen gewährleistet. Allen Verträgen ist gemein, dass teilnehmende Ärzte eine Spezialisierung beim entsprechenden Krankheitsbild aufweisen und sich an standardisierte Untersuchungsanweisungen halten müssen.

Wie viele Ärzte teilnehmen, ist bei der AOK noch nicht bekannt, die entsprechenden Formulare werden gerade erst verschickt, erklärte Andrea Epkes. Auch eine Budgetgrenze sei nicht festgelegt.

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