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Kinderärzte bedauern Verzicht auf Nährwert-Ampel

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STRASSBURG (taf). Die Ablehnung einer Ampelkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen durch das Europäische Parlament (EP) ist auf ein geteiltes Echo gestoßen (wir berichteten kurz).

Mit der Entscheidung am Mittwoch ist ein über zweijähriger Grundsatzstreit über die neue EU-Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung zu Ende gegangen. Informationen über Lebensmittelinhaltsstoffe wie Salz, Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Kalorien müssen künftig auf der Vorderseite aufgedruckt werden. Genaue Angaben über Nährwertprofile und allergene Stoffe sollen in einem Nährwertkasten auf der Rückseite einer Verpackung plaziert werden. Desweiteren müssen Lebensmittelimitate wie Analogkäse oder Formfleisch eindeutig gekennzeichnet werden.

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner begrüßt diese Vorgabe für Imitate: "Dies ist ein wichtiger Schritt zu mehr Klarheit und Wahrheit bei Lebensmitteln". Von einer Kennzeichnungspflicht ausgenommen bleiben "handwerkliche Erzeugnisse, wie Brot und Metzgerwaren", sagte EP-Berichterstatterin Renate Sommer der "Ärzte Zeitung". Der Vorsitzende des EP-Gesundheitsausschusses Jo Leinen (SPD) kritisierte die Ablehnung der Ampel als "vertane Chance für eine bessere Verbraucherinformation". Gleicher Ansicht ist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Die "kinderleichte" Kennzeichnung mit einer Ampel hätte vor allem sozial benachteiligten Familien oder Menschen mit Migrationshintergrund eine Hilfe sein können, so der BVKJ. "Wir fordern klar klar gekennzeichnete Grenzwerte, an denen sich Eltern und Kinder beim Einkauf auch ohne großes Vorwissen schnell und zuverlässig orientieren können", sagte der BVKJ-Vorsitzende Dr. Wolfram Hartmann. Dagegen begrüßte die Lebensmittelwirtschaft den Verzicht auf eine "wertende Kennzeichnung" durch Signalfarben.

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