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Kommentar – Pflege

Kollege Roboter

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

In Deutschland wird oft vom "drohenden Fachkräftemangel" gesprochen. Für viele Einrichtungen im Gesundheitswesen ist dieses Problem längst evident.

Ärzte werden in Osteuropa angeheuert, Pflegekräfte auf den Philippinen. Allein mit deutschen Beschäftigten könnten schon heute zahlreiche Krankenhäuser und Pflegeheime die Versorgung nicht mehr aufrechterhalten.

Die Diskussion auf dem Kieler Kongress "Vernetzte Versorgung" zeigt aber, dass die Abwerbung qualifizierter Kräfte aus anderen Ländern und die Technisierung nicht ausreichen, um den kontinuierlich steigenden Bedarf und die hohen Ansprüche in Deutschland auf Dauer zu befriedigen. Andere Lösungsansätze? Fehlanzeige.

Das führt zu zwei Effekten: Gesundheitsleistungen, die von der knappen Ressource Arbeitskraft abhängig sind, werden tendenziell noch teurer und deshalb für einen geringeren Anteil der erwarteten Leistungen zur Verfügung gestellt.

Der Anspruch, für jedes gesundheitliche oder pflegerische Problem einen Ansprechpartner und professionelle menschliche Unterstützung zu erhalten, wird damit nicht zu halten sein.

Solange keine Lösung in Sicht ist, wie die Baby-Boomer-Generation in einigen Jahren pflegerisch versorgt werden könnte, müssen wir uns auch mit sehr gewöhnungsbedürftigen Ideen beschäftigen. Pflegeroboter, wie sie vereinzelt in Fernost getestet werden, könnten absehbar auch in Deutschland Realität werden.

Lesen Sie dazu auch: Digitalisierung: Gesundheitswirtschaft politisch unterschätzt

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