Künftig Haarproben für Bremens Substitutionspatienten

Der Runde Tisch Substitution der Hansestadt hat einen verschärften Maßnahmenkatalog entwickelt.

Veröffentlicht:

BREMEN (cben). Bremen will Substitutionspatienten stärken kontrollieren. Unter anderem die routinemäßige Alkoholkontrolle und Überweisung an die Drogenberatung gehören zu einem Maßnahmenkatalog, den der Runde Tisch Substitution in Bremen vorgelegt hat.

Jeder substituierende Arzt soll seine Patienten an die Drogenhilfe überweisen, um den psychosozialen Hilfebedarf zu ermitteln, so das Gremium. Urin- und Atemalkoholkontrollen werden um Haaranalysen ergänzt, hieß es weiter - besonders bei Patienten mit Kindern.

Nur bei null Promille ein Drogensubstitut

Nur wenn die Patienten null Promille Alkohol haben, dürfen sie in Zukunft ein Drogensubstitut erhalten. Außerdem ist ein Leitfaden für Apotheken geplant. Er soll Apotheker unterstützen, etwa Mehrfachverschreibungen zu erkennen und damit das Ärzte-Hopping von Substituierten zu unterbinden.

Eine Kooperationsvereinbarung der "Akteure aus Jugend- Sozial, und Gesundheitshilfe" soll die Kinder der Patienten schützen. Die Vereinbarung wird verbindliche Absprachen, Kooperation und Verantwortlichkeiten im Versorgungssystem umfassen, hieß es. Ein gemeinsames Konzept soll die Entbindung von der Schweigepflicht und den Datenschutz regeln.

"Forderungen gehen nicht über die Gesetzeslage hinaus"

Nach Angaben von Anton Bartling, Referent im Bremer Gesundheitsressort, "gehen die Forderungen nicht über die Gesetzeslage hinaus". Dr. Jörg Hermann, Chef der KV Bremen, sagte, die Empfehlungen "bündeln ein Mosaik der verschiedenen Gesetze und Richtlinien und sind so wohl nur im kleinen Bremen umsetzbar."

Der "Runde Tisch Substitution" wurde im April 2011 eingesetzt, nachdem in den Haaren Bremer Kinder aus Familien mit Elternteilen, die substituiert werden, Drogenspuren gefunden wurden. Nach Angaben Bartlings werden in Bremen rund 1800 Drogenabhängige von 65 Ärzten substituiert (Stand Oktober 2010); das sind ein Drittel der Drogensüchtigen in Bremen.

Mehr zum Thema

Aktionswoche ab 17. Juni

Medizinstudierende dringen auf ein „Faires PJ“

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Alexander Baasner und Dr. Stefan Spieren (v.l.) haben die Idee der Digitalen Hausärztlichen Versorgungsassistenten (DIHVA) entwickelt.

© Digitales Facharzt- & Gesundheitszentrum

Neues Berufsbild

Bürger als Assistenten: Hausarzt entwickelt Idee der DIHVA

Das Team um Dr. Nicolas R. Barthélemy geht davon aus, dass mit dem Bluttest über die LC-MS-Methode in einem größeren Maßstab mehr Menschen auf eine Alzheimer-Pathologie untersucht werden können, als dies mit Lumbalpunktion und Liquortests bisher möglich ist. Damit ließe sich wesentlich einfacher ermitteln, ob jemand für die neuen Alzheimertherapeutika infrage komme.

© angellodeco / stock.adobe.com

Nachweis von pTau-217

Alzheimer-Diagnostik: Neuer Bluttest offenbar so gut wie Liquortests