Eine Milliarde Euro

Länder plädieren für Klinikinvestitionen

Die Landesgesundheitsminister wollen auf ihrer Konferenz für ein Investitionsprogramm für Kliniken den Bund in die Pflicht nehmen.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
GMK-Vorsitzende Professor Eva Quante-Brandt und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Konferenz der Länderminister in Bremen.

GMK-Vorsitzende Professor Eva Quante-Brandt und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei der Konferenz der Länderminister in Bremen.

© picture alliance / Jörg Sarbach

BREMEN. Die Bundesländer wollen mehr Geld in die Krankenhäuser investieren – wenn der Bund sich ebenfalls beteiligt. Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder regte auf ihrer am Donnerstag in Bremen zu Ende gegangenen Konferenz ein mehrjähriges gemeinsames Investitionsprogramm an, für das Bund und Länder jeweils hälftig mindestens eine Milliarde Euro aufbringen.

Geld für Umstrukturierungen

Das Geld soll zusätzlich zu den von den Bundesländern bislang bereitgestellten Mitteln in Höhe von rund 2,8 Milliarden Euro gezahlt werden. Mit dem Geld soll nach dem Willen von Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) in den Umbau, in IT-Sicherheit, in Konzentration stationärer Leistungen und in sektorenübergreifende Versorgung investiert werden. "Wir wollen mit dem Geld keine Strukturen zementieren", betonte Prüfer-Storcks nach der Konferenz. Sie erwartet, dass die sektorenübergreifende Versorgung in der nächsten Legislaturperiode deutliche Fortschritte machen wird. Dazu soll eine Bund-Länderkommission beitragen, die nach Wünschen der Länder vom Bundesgesundheitsministerium eingerichtet werden soll. Das Gremium soll sich mit der Harmonisierung von ambulantem und stationärem Sektor beschäftigen, etwa in Hinblick auf Bedarfsplanung und Honorierung. Prüfer-Storcks begründete die Forderung mit dem nach ihrer Beobachtung nicht ausgeschöpften Ambulantisierungspotenzial. Zu möglichen Bedenken von niedergelassener Seite sagte sie: "Wir wollen eine Harmonisierung, damit es keinen Sog ins Krankenhaus gibt."

Mehr Projekte für ältere Menschen

Weiteres Schwerpunktthema der Gesundheitsminister war die Versorgung älterer Menschen. Bremens Gesundheitssenatorin Professor Eva Quante-Brandt betonte den Handlungsbedarf: "Wir haben zu wenige Erkenntnisse und Forschung über die Wechselwirkungen von Medikamenten bei älteren Menschen und wir wissen zu wenig darüber, wie Krankheiten sich zueinander verhalten." Bundesgesundheits- und Bundesforschungsministerium sollten Anreize für eine gezieltere Forschung entwickeln. Von den Selbstverwaltungspartnern erwarten die Länderminister, dass sie strukturierte und multiprofessionelle Modelle für die Versorgung älterer Menschen erproben. Außerdem sollen verbindliche Leitlinien für eine stärker evidenzbasierte Versorgung entwickelt werden. Mehr Erkenntnisse als in der Geriatrie gibt es nach Ansicht von Quante-Brandt in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Um diese besser nutzen zu können, soll eine Arbeitsgruppe die Bündelung der Erkenntnisse forcieren. Insbesondere Kinder und Jugendliche in prekären Lebenslagen sollen davon profitieren. Gefordert sehen die Länderminister insbesondere den Öffentlichen Gesundheitsdienst und die Ärzteschaft.

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