Neuer Verordnungsentwurf

Lauterbach hält an dreimonatigem Corona-Genesenenstatus fest

Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach will künftig die Kriterien für den Corona-Genesenenstatus wieder per Regierungsverordnung regeln. An der vom RKI verkürzten Dauer hält er aber fest.

Veröffentlicht:
Es bleibt bei 90 statt zuvor 180 Tagen: Aber Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) holt die Definition des Genesenenstatus nach durchgemachter Coronainfektion wieder ins Ministerium.

Es bleibt bei 90 statt zuvor 180 Tagen: Aber Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) holt die Definition des Genesenenstatus nach durchgemachter Coronainfektion wieder ins Ministerium.

© Wolfgang Kumm/picture alliance

Berlin. Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) reagiert auf die Diskussion über die heftig kritisierte Übertragung von Kompetenzen zur Bestimmung des Genesenenstatus auf das Robert Koch-Institut (RKI). Die Kriterien sollen nun wieder direkt über die Corona-Verordnungen geregelt werden, nicht wie seit Mitte Januar über eine Veröffentlichung auf der Internetseite des RKI.

De facto ändert sich allerdings nichts an der Festlegung des RKI vom 15. Januar. Der Genesenenstatus soll wie vom damals bestimmt auf 90 Tage beschränkt bleiben. Das geht aus einem aktuellen Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums hervor, der der Ärzte vorliegt.

Regierung muss selbst entscheiden

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte jüngst in einer Eilentscheidung festgelegt, dass die Bundesregierung selbst über die Dauer des Genesenenstatus entscheiden müsse und dies nicht an Bundesoberbehörden delegieren dürfe. Der Entscheid gilt bislang allerdings nur für die Antragsteller.

Das RKI hatte aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse den Genesenenstatus zum 15. Januar von sechs auf drei Monate verkürzt. Viele Bürger verloren damit quasi über Nacht die Möglichkeit, in Restaurants oder Bars zu gehen.

Unmut löste aus, dass diese Änderung zunächst weitgehend unbemerkt blieb. Lauterbach hatte sich hinter die Entscheidung von RKI-Präsident Professor Lothar Wieler gestellt.

Lesen sie auch

Omikron definiert Risikogebiete

Zudem geht es darin um die Anpassung der Corona-Strategie an die zunehmende Dominanz der Omikron-Variante. Künftig sollen Länder und Regionen nur noch dann als Hochrisikogebiete ausgewiesen werden, wenn dort Varianten des SARS-CoV-2 Virus mit hoher Inzidenz zirkulieren, die im Vergleich zu Omikron krankmachendere Eigenschaften aufweisen.

Für Kinder unter zwölf Jahren sollen sich damit in der Folge die Absonderungspflichten ändern. Ihre Quarantäne endet nach derzeitiger Regelung ohne weitere Testpflicht nach fünf Tagen.

Mit der Änderungsverordnung sollen sie die Möglichkeit erhalten, die Isolation auch schon vor Ablauf der Fünf-Tagesfrist durch Vorlage eines negativen Testergebnisses zu beenden. Genesenen- und Impfnachweise sollen ebenfalls dafür gut sein. Für Kinder unter zwölf Jahre gibt es allerdings keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission. (af)

Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Vorbereitung auf den Herbst

NRW fährt bei Corona-Impfungen weiter zweigleisig

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentare lesen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach ersten Kassen-Daten zu den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung waren COVID-19-Patienten, die im Krankenhaus beatmet werden mussten, anschließend durchschnittlich 190 Tage lang krankgeschrieben.

© © nmann77 / Fotolia

Neue Studie der Techniker

Erst Corona, dann Long-COVID, anschließend lange AU