Kommentar zum MB-Monitor 2013

Leiden am Klinikalltag

Von Christiane Badenberg Veröffentlicht: 12.03.2013, 12:37 Uhr

Die Finanznot von Kliniken bekommt jeder fünfte Arzt direkt zu spüren. Denn seine Überstunden werden weder bezahlt, noch durch Freizeit ausgeglichen. Das zeigt die repräsentative Umfrage des Marburger Bundes, die am Montag vorgestellt wurde.

Aber auch von den übrigen 80 Prozent leidet ein großer Anteil am Klinikalltag. So haben bei der Befragung 71 Prozent der Ärzte angegeben, dass die Arbeitsbelastung ihre Gesundheit beeinträchtigt. Ein erschreckender Prozentsatz bei einer Berufsgruppe, die als überdurchschnittlich leistungsbereit gilt.

Immerhin gaben 44 Prozent an, dass ihre Überstunden überwiegend in Freizeit ausgeglichen werden. Das heißt aber auch, dass in diesen Zeiten die Belastung der Kollegen auf den Stationen und im Op wiederum steigt. Ein Kreislauf, aus dem es keinen Ausstieg gibt, solange ein erheblicher Teil der Krankenhäuser unterfinanziert bleibt.

Der Marburger Bund hat in den vergangenen Jahren viel für die Klinikärzte erreicht. Die Gehälter sind mit Einführung der arztspezifischen Tarifverträge stark gestiegen. Jetzt rücken bei den Tarifverhandlungen immer wieder auch die Arbeitszeiten in den Fokus.

Eine zähe aber sinnvolle Strategie. Denn mehr Geld macht einen müden Arzt nicht fit und munter.

Lesen Sie dazu auch: Müde und krank: Klinikärzte leiden unter den Arbeitszeiten

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