750 Millionen Euro Förderung

Linke fordert Abgabe von Corona-Impfstoffen zum Herstellungspreis

Mit 750 Millionen Euro zusätzlich soll die Entwicklung von Corona-Vakzinen gefördert werden. Die Linke fordert, die Unternehmen zu günstigen Abgabepreisen zu verpflichten.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:
„Menschen nicht zweimal zur Kasse bitten“ – Linkenpolitikerin Petra Sitte (Mitte).

„Menschen nicht zweimal zur Kasse bitten“ – Linkenpolitikerin Petra Sitte (Mitte).

© Michael Kappeler / dpa

Berlin. Die Linksfraktion im Bundestag fordert von der Bundesregierung konkrete Preisvorgaben für Corona-Impfstoffe, deren Entwicklung vom Staat gefördert wurde. Das Bundesforschungsministerium will die Impfstoffforschung mit bis zu 750 Millionen Euro zusätzlich fördern. Hersteller wie CureVac aus Tübingen oder BioNTech aus Mainz können sich noch bis kommenden Mittwoch (15. Juli) für eine Förderung bewerben.

„Da Risiko und Kosten der Impfstoffforschung nun wesentlich von den Steuerzahlenden übernommen werden, gibt es kein Argument mehr, Preise jenseits der Herstellungskosten zu akzeptieren“, sagte die forschungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Petra Sitte, der „Ärzte Zeitung“.

Keine konkreten Preisvorgaben

Hintergrund der Forderung ist, dass die Bundesregierung bei den Förderkriterien bislang offenbar auf konkrete Preisvorgaben verzichtet. Die Antragsteller seien nur verpflichtet, „Angaben zur Preisgestaltung ... zu machen“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion.

„Diese Angaben sind Teil des Begutachtungsprozesses“, heißt es weiter in dem Schreiben von Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel, das der „Ärzte Zeitung“ vorliegt. Die Anträge sollen demnach in „wirtschaftlich/finanzieller wie in technisch/fachlicher Hinsicht“ von einem „unabhängigen Fachgremium“ begutachtet werden. Nähere Angaben zu den Bewertungskriterien machte das Forschungsministerium allerdings nicht.

Sitte: Impfstoffe für ärmere Länder „erschwinglich“ machen

„Wenn mit Steuergeldern Medikamente oder Impfstoffe gegen diese Pandemie entwickelt und hergestellt werden, muss die Regierung sicherstellen, dass die Pharmaunternehmen diese der Bevölkerung preiswert zur Verfügung stellen“, sagte Linkenpolitikerin Sitte. „Die Menschen dürfen nicht erst als Steuer- und dann als Beitragszahler der Krankenkassen zur Kasse gebeten werden.“

Die Bundesregierung trage die „volle politische Verantwortung“ für die Förderungen, „auch wenn sie diese auf ein ‚unabhängiges Fachgremium‘ auszulagern versucht“, so Sitte. Sie forderte die Bundesregierung auf, die geförderten Impfstoffe und Medikamente gegen COVID-19 für ärmere Länder „erschwinglich“ zu machen.

In Deutschland werden derzeit zwei SARS-CoV-2-Impfstoffkandidaten in klinischen Studien untersucht – von BioNTech und CureVac. In beiden Fällen handelt es sich um mRNA-Vakzinen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ärztliche Pflichttätigkeiten

Zehn Praxis-Tipps für die Leichenschau

Voraussetzungen für neue Kassenleistung

Lungenkrebs-Screening: Wie gut sind Praxen vorbereitet?

Schulterblick

Wie eine Wiesbadener Hausärztin ihre Praxis digitalisiert

Lesetipps
Formular 21 - wie es richtig ausgefüllt wird, war in den vergangenen Jahren nicht allen Ärzten klar.

© Fernando Gutierrez-Juarez / dpa / picture alliance

Bescheinigung eines erkrankten Kindes

Kinderkrankenschein: So wird Formular 21 richtig ausgefüllt

Ein Arzt lädt Daten in die E-Patientenakte hoch

© Daniel Karmann/dpa/picture alliance

Elektronische Patientenakte im Versorgungsalltag

Bei diesen ePA-Baustellen müssen Praxen auf Behelfslösungen setzen