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Krebsregister

Lob und Tadel zur Halbzeit

Lob und Kritik gab es für die bisherige Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und registergesetzes. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zog zur Halbzeit Bilanz.

Von Anne Zegelman Veröffentlicht:
Darstellung einer eingescannten Probe eines Stück Gewebes aus dem Dickdarm.. Die Analyse registrierter Daten klinischer Krebsregister ermöglicht Rückschlüsse auf Therapieerfolg und Qualität der Behandlung.

Darstellung einer eingescannten Probe eines Stück Gewebes aus dem Dickdarm.. Die Analyse registrierter Daten klinischer Krebsregister ermöglicht Rückschlüsse auf Therapieerfolg und Qualität der Behandlung.

© von Jutrczenka/dpa

MAINZ. Die Länder hätten viel an Hausaufgaben erledigt, seit das Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG) im April 2013 verabschiedet wurde.

So das Fazit von Sabine Bätzing-Lichenthäler (SPD), Gesundheitsministerin von Rheinland-Pfalz und aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, bei der Fachtagung "Von der Praxis für die Praxis - Nutzen der klinischen Krebsregistrierung" in Mainz am Montag.

Doch ob die Bemühungen der Bundesländer in die richtige Richtung gehen, darüber klafften die Auffassungen doch stark auseinander.

Bis 2017 sollen in ganz Deutschland klinische Krebsregister eingerichtet werden. Von Einheitlichkeit auf Bundesebene kann jedoch auch nach der Hälfte der Umsetzungsfrist keine Rede sein, was die Nutzung letztlich erschweren könnte: Während manche Länder bereits jahrelange Erfahrung mit der Thematik haben, stehen andere noch am Anfang.

Der direkte Vergleich der völlig unterschiedlichen Herangehensweisen mache ihn nachdenklich, sagte Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe.

Er warnte: "Wenn wir nicht die Größe haben, uns da noch einmal anders aufzustellen, besteht die ganz große Gefahr, dass gerade die bevölkerungsträchtigeren Bundesländer Probleme bekommen. Dort sind die Dinge ganz sicher zu korrigieren."

"Das Register ist ein Hochsicherheitstrakt"

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) informierte über den aktuellen Stand der Umsetzung und zeigte Perspektiven für die "zweite Halbzeit" auf.

Er kritisierte mit Blick auf Datenschutz, Praxis-IT und zeitlichen Aufwand, die technischen Hürden für den Dialog dürften nicht zu hoch werden. "Der Datenschutz muss dem Nutzen angepasst werden und kann kein Selbstzweck sein", sagte Gröhe.

Dr. Monika Klinkhammer-Schalke vom Tumorzentrum Regensburg berichtete von eigenen Erfahrungen, die sich mit den Schilderungen Gröhes deckten: "Das Register ist ein Hochsicherheitstrakt", so Klinkhammer-Schalke.

Sabine Bätzing-Lichenthäler unterstrich, dass ein flächendeckendes klinisches Krebsregister durch eine verbesserte Behandlungsqualität Ausgaben senken könne.

Die laufenden Kosten der Register werden zu 90 Prozent von den Krankenversicherungen getragen, zu zehn Prozent von den Ländern.

Ulrike Voß-Bös vom Bundesverband Frauenselbsthilfe nach Krebs, drängte darauf, die Umsetzung massiv zu beschleunigen. Sie appellierte an die Akteure: "Bitte stellen Sie sich bei jeder Entscheidung, die Sie treffen, vor, ein Mitglied Ihrer eigenen Familie sei direkt betroffen!"

Dr. Klaus Jahn vom Landesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie gab bei der Veranstaltung den Startschuss für die Umwandlung der seit langem bestehenden epidemiologischen Krebsregistrierung in eine klinische.

Er sagte, aller Voraussicht nach werde Rheinland-Pfalz im November ein eigenes Krebsregistergesetz verabschieden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Bedenkliches Schweigen

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