Kommentar

Masterplan als Liegeware?

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

Landarztquote, Stärkung der Allgemeinmedizin, Reform des Dr. med.: Munter wird seit Monaten über den "Masterplan Medizinstudium 2020" debattiert. Jetzt hat sich auch der Deutsche Ärztinnenbund eingeschaltet und empfiehlt Politikern, Transparenz über Zeitplan und Inhalte der Reform herzustellen. Die ist bitter nötig.

Denn der Masterplan ist nach wie vor eine Blackbox. Ende Juni haben sich die Gesundheits- und Kultusminister der Länder im Grundsatz über das Maßnahmenpaket geeinigt. Seitdem ist das Vorhaben wieder im Mahlstrom der Ministerialbürokratie verschwunden.

Es geht um Geld für Studienplätze, die Neustrukturierung des Praktischen Jahres oder den Dauerzankapfel Landarztquote. Der Bildungsföderalismus mit 32 beteiligten Ministerien macht aus dem Masterplan ein Mammutprojekt der Kompromissfindung.

Es wäre – unabhängig von strittigen Inhalten –  ein verheerendes Signal an den ärztlichen Nachwuchs, wenn der Masterplan weiter auf die lange Bank geschoben wird. Das gilt insbesondere mit Blick auf das Superwahljahr 2017.

Spätestens mit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai dürfte der Berliner Politikbetrieb seine inhaltliche Arbeit einstellen. Dann zählen andere Prioritäten – und der Masterplan käme erst 2018 neu auf die Agenda.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Medizin der Zukunft braucht mehr als Sonntagsreden

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen

Landessozialgericht Baden-Württemberg

Urteil: Vollkostenerstattung der TI war gesetzlich nie beabsichtigt

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Rita Süssmuth steht in ihrem Büro im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung