Petitionsbericht

Mehr Petitionen – Gesundheit und Pflege treiben die Bürger um

1758 Eingaben zu den Themen Gesundheit und Pflege haben den Petitionsausschuss 2019 erreicht – ein Plus von elf Prozent im Vergleich zum Jahr davor.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

Berlin. Der Petitionsausschuss des Bundestags ist im Vorjahr einmal mehr der Sorgenbriefkasten für viele Bürger gewesen. Insgesamt erreichten den Ausschuss 13 .529 Eingaben, ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zu 2018.

Auch auf der elektronischen Plattform beteiligten sich mehr Bürger an der Mitzeichnung einer Petition. Zu den 926 im Internet veröffentlichten Petitionen im Jahr 2019 wurden mehr als eine Million Mitzeichnungen registriert, auch dies ein deutlicher Zuwachs (2018: 685 .000). Das geht aus dem Jahresbericht des Petitionsausschusses hervor, der am Donnerstag im Bundestag debattiert worden ist.

14 Petitionen wurden öffentlich verhandelt

14 Petitionen, die besonders hohe Unterstützungszahlen verzeichnet haben, wurden in öffentlichen Sitzungen des Ausschusses verhandelt. Drei von ihnen betrafen Gesundheits- und Pflegethemen: das Termin- und Servicegesetz (TSVG), Übergangsregelungen für Psychotherapeuten in Ausbildung sowie die Absicherung des finanziellen Risikos im Falle der Pflegebedürftigkeit.

Auf den Geschäftsbereich des Bundesgesundheitsministeriums entfielen knapp 13 Prozent aller Eingaben. Das entspricht dem dritthöchsten Wert aller Bundesministerien. Die 1758 Petitionen bedeuten einen deutlichen Zuwachs von mehr als elf Prozent im Vergleich zu 2018 (1485).

Viele der Eingaben betrafen Patientenrechte, Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sowie zum Leistungskatalog der Kassen. Den Petenten konnte der Ausschuss in unterschiedlichem Maße entsprechen:

Methadon zur Behandlung von Krebserkrankungen: Der Ausschuss unterstützte diese Eingabe und hat sie als Material dem Bundesforschungsministerium überwiesen. Der Ausschuss verwies darauf, dass in einer mit 1,6 Millionen Euro geförderten Studie nunmehr die Wirksamkeit von Methadon bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs in einem Uniklinikum untersucht wird.

Liposuktion als Leistung der GKV: Dem Anliegen mehrerer Petentinnen konnte teilweise entsprochen werden. Denn der Gemeinsame Bundesausschuss hat zugesagt, dass die Liposuktion bei besonders schwer betroffenen Patientinnen im Stadium III befristet bis 2024 als GKV-Leistung etabliert wird.

Stärkung der Patientenvertretung: Nicht entsprechen konnte der Ausschuss einer Eingabe, mit der die Einführung eines Stimmrechts für die Patientenvertretung im GBA gefordert worden war.

Der Ausschuss verwies darauf, dass die Rechte von Patienten schrittweise gestärkt worden seien, so mit dem Patientenrechtegesetz (2013) und dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (2015), das die Patientenbeteiligung auf Landesebene weiterentwickelt habe.

Zuletzt wurde mit dem Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (2017) unter anderem der Kostenerstattungsanspruch von Patientenvertretern für Treffen auf Bundesebene geregelt.

Mindestlohn für pflegende Angehörige: Der Ausschuss unterstützte dieses Anliegen nicht und verwies darauf, dass der Gesetzgeber den Anspruch auf Pflegegeld ausdrücklich nicht als Anspruch der pflegenden Angehörigen ausgestaltet habe.

Fahrtkostenerstattung bei Krankenfahrten: Auch dieser Eingabe, mit der eine Erhöhung der Fahrtkostenerstattung gefordert wurde, wurde nicht stattgegeben. Auf Basis der Genehmigung durch die Krankenkasse würden nur 20 Cent pro Kilometer für die Fahrt mit dem privaten Pkw erstattet.

Unter Verweis auf das Bundesreisekostengesetz (BRKG) hieß es, bei der Festlegung von 20 Cent sei nach dem Willen des Gesetzgebers keine konkrete Berechnung der Pkw-Kosten zu Grunde gelegt worden. Entsprechend existiere auch kein Anspruch auf Vollkostenersatz.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sozialzweig unter Druck

Pflegeversicherung: PKV wünscht sich mehr Prävention und Beratung

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Symptome, Ursachen und Therapie

© Evgeniya Markina | iStock (Symbolbild mit Fotomodell)

Trockene Augen

Symptome, Ursachen und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Arzneimittelbasierte Wundsalben

© AndreyPopov | iStock

Optimale Wundheilung

Arzneimittelbasierte Wundsalben

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Erhöhtes Risiko für immunvermittelte Hautkrankheiten

© supawat bursuk | iStock

Übergewicht bei Kindern

Erhöhtes Risiko für immunvermittelte Hautkrankheiten

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Tab. 1: Verbesserung wichtiger Endpunkte nach 24-wöchiger randomisierter Behandlung mit Vimseltinib vs. Placebo (MOTION-Studie)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Tenosynoviale Riesenzelltumoren

Erste zugelassene systemische Therapie zeigt überzeugende Langzeiteffekte

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deciphera Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Durvalumab im Real-World-Vergleich

© Springer Medizin Verlag

ED-SCLC

Durvalumab im Real-World-Vergleich

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Praxis-PC, Konnektor und andere Elektrogeräte

Elektroschrott: Wie Praxen Altgeräte sicher entsorgen

Lesetipps
Knochen schematisch dargestellt

© crevis - stock.adobe.com

Komplikationen

Bei Diabetes mellitus auch die Knochen in den Blick nehmen

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen