Münchner Schwindelambulanz bietet neue Diagnosemöglichkeiten

Ärzte zahlreicher Fachrichtungen arbeiten am Klinikum Großhadern zusammen, um den Ursachen für Schwindelanfälle auf den Grund zu gehen.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht:
Fast jeder dritte Erwachsene hatte schon mal Schwindelanfälle.

Fast jeder dritte Erwachsene hatte schon mal Schwindelanfälle.

© ArTo / fotolia.com

MÜNCHEN. Am Klinikum Großhadern der Universität München ist am Donnerstag offiziell eine integrierte Schwindelambulanz eröffnet worden. Die Ambulanz ist das Kernstück des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) für Schwindel, Gleichgewichts- und Augenbewegungsstörungen, das im November 2009 gegründet wurde.

Bei der Eröffnung der neuen Einrichtung würdigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Dr. Helge Braun das Engagement, mit dem das Team um Professor Thomas Brandt, Direktor des IFB, die Verzahnung von Klinik und Wissenschaft und den Aufbau der Schwindelambulanz vorangetrieben habe. Das Bundesforschungsministerium fördert die Ambulanz in den kommenden fünf Jahren mit insgesamt 25 Millionen Euro.

Nach Angaben von Braun hat jeder dritte Erwachsene mindestens einmal im Leben mit dem Problem Schwindel zu tun. Betroffen sind besonders Ältere.

Doch trotz der Häufigkeit dieser Symptome würden Patienten oftmals nur unzureichend untersucht und versorgt. Eine interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung, wie sie in der Münchner Schwindelambulanz gewährleistet ist, sei deshalb unumgänglich.

In München arbeiten unter anderem Neurologen, Kardiologen, Psychiater und Pädiater zusammen, um Diagnostik und Therapie von Schwindelerkrankungen zu standardisieren.

Keine andere Schwindelambulanz vereint so viele Disziplinen unter einem Dach und biete dadurch Hilfe auch für Personen mit schweren oder ungewöhnlichen Schwindelformen, hieß es bei der Eröffnung. Jährlich sollen etwa 3000 Patienten behandelt werden.

Mit dem Konzept der IFB will das Ministerium eine engere Verknüpfung von Forschung und Patientenversorgung erreichen. Patienten sollen so künftig schneller von den neuesten Forschungsergebnissen profitieren.

Ein weiteres wesentliches Ziel des IFB-Konzeptes sei auch die Verbesserung der Nachwuchsförderung und die Bindung von hochqualifizierten Experten, um so den Forschungsstandort Deutschland zu stärken.

Durch die Überwindung traditioneller Fachgrenzen könne in einem IFB interdisziplinär auf hohem Niveau gearbeitet werden, erläuterte das Ministerium. Derzeit gibt es bundesweit acht Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren.

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