Arzneimittelsicherheit

NRW fördert wegweisende Modellprojekte

In NRW nehmen 1,5 Millionen Menschen mehr als fünf Medikamente ein.

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DÜSSELDORF. In Nordrhein-Westfalen testen Ärzte, Apotheker und andere Akteure im Gesundheitswesen verschiedene Möglichkeiten, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen.

Die wirkungsvollen Elemente der einzelnen Projekte sollen in einem oder mehreren Systemen zusammengeführt werden, die langfristig flächendeckend zur Verfügung stehen sollen.

"Arzneimitteltherapiesicherheit ist Patientinnen- und Patientenschutz", sagte die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) vor Journalisten in Düsseldorf. Arzneimittel seien zwar einer der wirksamsten Bestandteile der Versorgung, aber sie seien eben nicht risikolos.

Das Problem betreffe vor allem Patienten über 65 Jahren, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen. Allein in NRW seien das 42 Prozent oder 1,5 Millionen Menschen. "Sie stellen 22 Prozent der Bevölkerung, erhalten aber 57 Prozent der verordneten Tagesdosen", so Steffens.

Wegen der großen Bedeutung habe die Landesgesundheitskonferenz die Arzneimitteltherapiesicherheit zu einem Schwerpunktthema gemacht. "Von den sieben strukturbildenden Projekten bundesweit sind fünf in Nordrhein-Westfalen", betonte die Ministerin.

"Mit guten Beispielen kann ich dem Bund zeigen: Es geht." Die Modelle, die nicht von den Krankenkassen finanziert werden, erhalten zwei Millionen Euro an Fördermitteln vom Land und der EU.

"Alle Modelle gehen von der Tendenz her klar in die richtige Richtung", berichtete sie. Im Netz Gesundheitsregion Siegerland etwa erproben die Ärzte bislang mit gutem Erfolg bei über 65-jährigen Versicherten der Barmer GEK ein strukturiertes Arzneimittelmanagement mit einem Medikationsplan und einer ausführlichen Beratung der Patienten. (iss)

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