Pädophilie

Netzwerk in Leipzig zieht positive Bilanz

"Kein Täter werden" – auch in Leipzig arbeitet dieses bundesweite Präventionsnetzwerk erfolgreich.

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LEIPZIG. Der Leipziger Standort des Netzwerks "Kein Täter werden" blickt im Oktober auf sein fünfjähriges Bestehen zurück. Seit Herbst 2011 hätten mehr als 500 Menschen mit pädophilen Neigungen oder deren Angehörige Kontakt zum "Präventionsprojekt Dunkelfeld" (PPD) aufgenommen, teilte die Universität Leipzig mit.

Das Projekt bietet Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, therapeutische Hilfe unter Schweigepflicht.

Der Standort Leipzig ist der einzige des Netzwerkes in Mitteldeutschland. Die große Mehrzahl der Anfragen stammte den Angaben zufolge auch aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Etwa ein Viertel der direkt Betroffenen, die sich an das Projekt gewandt haben, nahm eine diagnostische Beratung in Anspruch. Der Mehrheit von ihnen wurde ein Therapieangebot unterbreitet. Wie viele dies annahmen, teilte die Universität aber nicht mit.

Die Therapie integriert verhaltenstherapeutische und sexualmedizinische Ansätze, die auch die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten.

Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass sich die Betroffenen selbstständig und darüber hinaus ohne Druck auf die Behandlung einlassen und über ein Problembewusstsein mit Blick auf ihrer Neigungen verfügen.

Ziel des Netzwerks "Kein Täter werden" ist, den Konsum von Kinderpornografie und die sexuelle Gewalt an Kindern zu verhindern. Das Projekt startete im Jahr 2005 in Berlin. Mittlerweile gibt es neben Leipzig viele weitere Standorte überall in Deutschland.

Der Universität Leipzig zufolge fühlen sich in Deutschland etwa 250.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 75 Jahren sexuell zu Kindern hingezogen.

Übertragen auf Mitteldeutschland ergibt dies den Angaben zufolge eine Schätzung von etwa 26.500 Erwachsenen mit pädophiler Neigung. (lup)

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