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Zügiger Therapiebeginn

Netzwerken gegen die Venenthrombose

Ärztliche Zusammenarbeit kann Patienten zu einem zügigen Therapiebeginn nach Venenthrombose oder Lungenembolie verhelfen.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

BERLIN. Die Aufmerksamkeit von Hausärzten ist besonders gefordert, um Venenthrombosen und Lungenembolien noch schneller zu entdecken als heute. Darauf haben Ärzte und Wissenschaftler bei einer Veranstaltung des Aktionsbündnisses Thrombose in Berlin hingewiesen. Um die aktuellen Leitlinien schneller zu implementieren, sollten die Leitlinien in eine für Ärzte und Patienten lesbarere Form gebracht werden. Konkret bezogen sich die Fachleute auf die S2k-Leitlinie "Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie" sowie die Leitlinie "Prophylaxe der venösen Thromboembolie", beide aus dem Jahr 2015.

Wolfgang Meunier, Allgemeinmediziner und Sachverständiger des Deutschen Hausärzteverbands, mahnte an, die Leitlinien mit der bis in 18 Monaten erwarteten Leitlinie Multimorbidität zu harmonisieren. Menschen mit mehreren Krankheiten und entsprechender Medikation seien oft eben nicht leitliniengerecht zu behandeln. Hausärzte erwarteten zudem exakte Informationen, wann die Blutverdünner bei jungen, akut traumatisierten, Menschen wieder abgesetzt werden könnten. Die Leitlinien sähen eine Mitsprache der Patienten bei der Dauer der Antikoagulation vor, sagte Professor Bettina Kemkes-Matthes, Präsidentin der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung.

Auch Allgemeinärzte nehmen Ultraschalluntersuchungen vor. Das kann zum Vorteil für Thrombosepatienten werden, wenn die Netzwerke funktionieren.

Die erstbehandelnden Ärzte sollten dafür sorgen, dass sie die Patienten möglichst binnen 24 Stunden "an einen Kollegen, der Ultraschall kann" weiterleiteten , sagte Allgemeinärztin Dr. Erika Mendoza, Allgemeinärztin in Wunstorf. Das müsse nicht zwingend ein Arzt im Krankenhaus sein. Mendoza regte an, regionale Netzwerke zu bilden, um Patienten zügig in die angemessene Behandlungsstufe zu bekommen. Denkbar sei zum Beispiel auch, ein "Thrombosetelefon" beim nächst erreichbaren Angiologen einzurichten.

Hannelore Loskill vom Aktionsbündnis Patientensicherheit mahnte an, auch die medizinischen Fachangestellten darauf zu schulen, die frühen Symptome einer drohenden Thrombose zu erkennen.

Rund 100.000 Todesfälle im Jahr könnten Venenthrombosen und Lungenembolien zugeschrieben werden, sagte Professor Rupert Bauersachs, Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose, bei einer Veranstaltung in Berlin. Das seien mehr als der Straßenverkehr, AIDS, Prostata- und Brustkrebs zusammen verursachten.

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