Großbritannien

Neue Coronavirus-Variante verunsichert britische Hausärzte

Hohe COVID-19-Zahlen, striktere Ausgangsbeschränkungen und eine neue Coronavirus-Variante – all das fordert derzeit den britischen Hausärzteverband stark. Und wie reagieren die Ärzte in den Praxen?

Von Arndt StrieglerArndt Striegler Veröffentlicht:
London und Südostengland machen dicht. Auf die Ausbreitung der neuen Variante des Corona-Virus reagiert die Regierung auch mit Ausgangssperren.

London und Südostengland machen dicht. Auf die Ausbreitung der neuen Variante des Corona-Virus reagiert die Regierung auch mit Ausgangssperren.

© Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

London. „Die Hausarztpraxen sind geöffnet und wir ermuntern hilfsbedürftige Patienten, im Krankheitsfall in jedem Fall ihren Hausarzt zu konsultieren“ – so lautet die Reaktion britischer Berufsverbände auf die neue Corona-Variante in Großbritannien.

Die Londoner Regierung hatte am Wochenende neue, strikte Ausgangsbeschränkungen als Mittel ihrer Wahl im Kampf gegen die Pandemie bekannt gegeben. Mehr als 16 Millionen Patienten sind davon direkt betroffen. Der staatliche britische Gesundheitsdienst (National Health Service, NHS) gerät als Folge der weiter ungebremst steigenden COVID-19-Infektionszahlen in Kombination mit saisonbedingt steigenden Erkankungszahlen zusehens unter Druck.

Besonders groß ist der Druck derzeit in der staatlichen Primärmedizin. Und die neue Virus-Variante hat nach Angaben des Berufsverbandes britischer Hausärzte (Royal College of General Practitioners, RCGP) „zu erheblichen Unsicherheiten bei den Kollegen“ geführt, so ein RCGP-Sprecher in London.

Positionspapier des RCGP

Seit dem Auftreten der neuen und nach Einschätzung von Epidemiologen „deutlich infektiöseren“ Virus-Variante sei die Zahl der Anfragen besorgter Ärztinnen und Ärzte nach Informationen beim RCGP dramatisch gestiegen. Der Berufsverband sah sich daher inzwischen genötigt, ein eigenes Positionspapier zum Thema COVID-19 zu veröffentlichen.

„Hausarztpraxen sind und bleiben geöffnet und wir ermuntern Patienten, im Krankheitsfall stets genau wie bislang den Rat ihres Hausarztes heran zu ziehen“, so das RCGP. Allerdings habe das Virus und die neue Variante die Art und Weise verändert, wie die NHS-Hausärzte ihre Patienten betreuen.

Zunächst Online-Konsultationen

So werden Patienten zum Beispiel gebeten, „nach Möglichkeit zunächst Online-Konsultationen“ in Betracht zu ziehen, bevor sie persönlich in die Sprechstunde kommen. Aber: Patienten, die eine persönliche Konsultation mit ihrem Hausarzt benötigen, werden diese auch weiterhin bekommen.“ Daran habe auch die neues Virus-Variante bislang nichts ändern können.

Ein Blitz-Check der „Ärzte Zeitung“ in diversen NHS-Hausarztpraxen im Großraum London ergab, dass in den meisten Praxen tatsächlich business as usual herrscht. So war es möglich, wie gewohnt für den Beginn der neuen Woche Arzttermine zu buchen.

In Großbritannien wird seit knapp zwei Wochen gegen COVID-19 geimpft. Zunächst konnten sich Risikopatienten in 50 Kliniken impfen lassen. Nach und nach werden jetzt aber auch mehr und mehr staatliche Hausarztpraxen in die Impfaktion mit einbezogen. Es handelt sich um die mit Abstand größte und aufwendigste Massenimpfung in der Geschichte Großbritanniens.

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