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Folge des Spargesetzes

Neue Honorarverteilung in Hamburg soll Leistungen begrenzen

Alle Fachgruppen in Hamburg werden Honorar verlieren, wenn die TSVG-Regelungen gestrichen und entbudgetierte Leistungen gedeckelt werden. Die KV-Vertreterversammlung will deutlich machen, dass dieses Geld für die Versorgung fehlt.

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Hamburg. Praxisinhaber in Hamburg müssen sich auf einen neuen Honorarverteilungsmaßstab (HVM) einstellen: Die Vertreterversammlung beauftragte den KV-Vorstand mit der Erarbeitung einer neuen Honorarverteilung, die den zu erwartenden Einnahmeverlusten Rechnung trägt.

Hintergrund ist die im GKV-Beitragssatzstabilisierungesetz angelegte Rücknahme der Vergütung, die im TSVG für zusätzliche Termine vereinbart worden war. Diese hat nach Darstellung von Politik und Krankenkassen nicht den gewünschten Effekt gebracht.

„TSVG war in Hamburg ein Erfolgsmodell"

Für Hamburg und andere Städte gilt dies nach Angaben von KV-Chef John Afful nicht. „Das TSVG war in Hamburg ein Erfolgsmodell", sagte Afful. Er legte Zahlen vor, wie sich das umstrittene Gesetz durch Streichung der TSVG-Regelungen und Deckelung der entbudgetierten Leistungen auf die einzelnen Fachgruppen in Hamburg auswirken wird.

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Danach wird das Honorarvolumen ohne die TSVG-Vergütung im kommenden Jahr drastisch sinken. So müssen sich nach der Vorausberechnung etwa 72 Prozent aller HNO-ärztlichen Praxen darauf einstellen, müssen, dass ihr Honorarvolumen um mehr als zehn Prozent sinken wird. Bei den Chirurgen betrifft dies 40 Prozent. Damit sich die Praxen schnell darauf einstellen können, will die KV in Kürze entsprechende Vorausberechnungen je Praxis anstellen und diese entsprechend informieren.

„Personal und Sprechzeiten abbauen"

Die Vertreter machten deutlich, wie enttäuscht sie von der Politik sind. HNO-Arzt Dr. Thiemo Kurzweg stellte klar, dass das TSVG in Hamburg zu einer schnelleren Behandlung von Patienten und zu einer verbesserten Zusammenarbeit mit Hausärzten geführt habe. Für die Patienten erwartet er jetzt Einschränkungen: „Wir werden Personal und Sprechzeiten abbauen müssen."

BDI-Landeschef Dr. Wolfgang Wesiack kündigte an: „Die Versorgung wird deutlich schlechter werden." BDI-Bundeschefin Christine Neumann-Grutzeck rechnet mit intensiven Patientengesprächen: „Wir müssen die Patienten informieren, dass Leistungen eingeschränkt werden, weil die Politik zu feige ist."

Radiologe Dr. Andreas Bollkämper ist sicher, dass manche Praxen nur überleben werden, wenn sie verstärkt privatärztliche Leistungen anbieten. Hausarzt Dr. Mike Müller-Glamann sieht als Folge des Spargesetzes das Morbiditätsrisiko auf die Praxisinhaber abgewälzt: „Wir sind die neue Versicherung, wir tragen das finanzielle Risiko."

Ärzte werden mit Patienten über Sparpolitik sprechen

Ihren Unmut drückten die Vertreter auch in einer Resolution aus, mit der Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) aufgefordert wird, „dieses Versorgungs-Vernichtungsprogramm" zu stoppen. Außerdem sollen die Praxen auf Anforderung mit Wartezimmer-Plakaten zur Sparpolitik der Bundesregierung ausgestattet werden. Mehrfach betonten Vertreter, dass sie als Gegenwehr auf die Gesetze verstärkt Patienten informieren werden.

In einer weitere Resolution rief die Vertreterversammlung die Bundesregierung dazu auf, versicherungsfremde Leistungen vollständig aus Steuermitteln zu finanzieren. Sie sind überzeugt, dass als Folge eine gesicherte starke ambulante Versorgung auf Basis eines soliden GKV-Haushalts" möglich wäre. (di)

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