Direkt zum Inhaltsbereich

Neue Honorarverteilung schafft keine Befriedung

BERLIN/HAMBURG/MÜNCHEN (HL). Die asymmetrische Verteilung von 500 Millionen Euro, wie sie am Dienstag vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden ist, hat die Verhältnisse zwischen den KV-Regionen nicht befriedet.

Veröffentlicht:
Kollegen besonders in Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern werden beim Geldzählen die Augen tränen.

Kollegen besonders in Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern werden beim Geldzählen die Augen tränen.

© Udo Kroener / fotolia.com

Relativ am stärksten profitieren von der ungleichmäßigen Verteilung der Zuwächse die KVen Schleswig-Holstein, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Westfalen-Lippe und Nordrhein. Hier können die morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen um bis zu 4,32 Prozent wachsen, weil der gesetzliche Zuwachs von 0,75 Prozent aus dem 500-Millionen-Euro-Topf kräftig aufgestockt wird.

Die KBV-Gießkanne
KVen Millionen m
Schleswig-Holstein
27
Hamburg
0
Bremen
2
Niedersachsen
25
Westfalen-Lippe
78
Nordrhein
88
Hessen
18
Rheinland-Pfalz
30
Baden-Württemb.
80
Bayern
40
Berlin
0
Saarland
3
Mecklenburg-Vorp.
0
Brandenburg
25
Sachsen-Anhalt
23
Thüringen
18
Sachsen
43
Gesamt
500

Tabelle: Ärzte Zeitung

Dagegen erhalten die Stadtstaaten Hamburg und Berlin sowie die KV Mecklenburg-Vorpommern aus diesem Topf überhaupt keine Zuweisungen. Bei der KV Hamburg führte dies gestern bereits zu scharfem Protest.

Bei einem zusätzlichen Mittelbedarf zwischen drei und fünf Prozent als Folge von mehr Morbidität und medizinischem Fortschritt sei im kommenden Jahr mit Leistungseinschränkungen zu rechnen, kündigte KV-Vorstand Dieter Bollmann an. Hamburg wie auch Berlin hatten allerdings bislang von der 2009 eingeführten Vergütungssystematik überproportional profitiert.

Unfair fühlt sich auch die KV Bayerns behandelt. Sie erhält zwar 40 Millionen Euro aus dem Topf für die asymmetrische Verteilung. Angesichts der bislang weit unterdurchschnittlichen Zuwächse und vor dem Hintergrund einer überdurchschnittlichen Leistungsstruktur sieht man sich jedoch im Vergleich zu Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen benachteiligt, so KV-Chef Dr. Axel Munte.

Am Montag wollen KBV und GKV-Spitzenverband weitere Details beraten. Es geht dann um neue gesetzliche Mengenbegrenzungen für bislang freie Leistungen.

Lesen Sie dazu auch: Ärztehonorar: Ungleicher Zuwachs stiftet neuen Unfrieden Eine Milliarde Euro Plus bei Honoraren für Ärzte? Update: KBV dementiert!

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

GOÄneu und die Mikrobiologie

DGHM-Chef Aepfelbacher: „Die Rasenmäher-Methode bei der GOÄneu ärgert uns“

Kooperation | In Kooperation mit: Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) e.V.
Das könnte Sie auch interessieren
Geldschein, teilweise bedeckt von Stethoskop

© photocrew / stock.adobe.com

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Logo Cardisio

© oxyven

Oxyven

Intravenöse Sauerstofftherapie mit Applimed-O2 1000

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö†

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

EU AI Act: Was die neuen Transparenzpflichten für Praxen bedeuten

Vergleich der Kreise

Wo MRSA-Infektionen besonders häufig sind

Kongress in Chicago

Herzkongress AHA 2026: Diese Studien könnten die Praxis verändern

Lesetipps
Blick von hinter den Kulissen auf die Springer Medizin Gala 2026.

© David Vogt

Highlights von der Gala

Galenus-Preis und Charity Award: Die Preisverleihung im Video

Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026