„JA“-Studie

Neues Betreuungskonzept bei Adipositas

Team um den Ulmer Kinder- und Jugendarzt Professor Wabitsch entwickelt spezielles Behandlungsprogramm für extrem adipöse Jugendliche.

Von Thomas Hommel Veröffentlicht: 31.01.2020, 11:33 Uhr

Berlin/Ulm. Rund 200 000 Jugendliche leiden in Deutschland an extremer Adipositas. Für die Betroffenen gehen damit starke körperliche, aber auch seelische Belastungen einher. In der „JA“-Studie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm wurden nun erstmals Informationen gesammelt und untersucht, wie sich die Betreuung der Jugendlichen optimieren lässt.

Über 400 Studienteilnehmer

431

Jugendliche mit extremer Adipositas nahmen zwischen 2012 und 2019 an der „JA“-Studie am Universitätsklinikum Ulm teil. Die Studie wurde vom Bundesforschungsministerium mit rund vier Millionen Euro unterstützt.

Im Rahmen der Studie untersuchten Ärzte von 2012 bis 2019 insgesamt 431 junge Patienten. Die Ergebnisse bündelten sie zu einem Betreuungs- und Behandlungskonzept sowie zu einer Checkliste. Darin enthalten sind Kriterien für einen chirurgischen Eingriff bei stark adipösen Jugendlichen sowie ein Schulungsprogramm zur Vor- und Nachsorge. „Gerade junge Erwachsene mit extremer Adipositas suchen meist nicht nach medizinischen Behandlungsmöglichkeiten. Sie fühlen sich diskriminiert und kämpfen in unserer Gesellschaft oft mit Stigmatisierung.“, sagt Studienleiter Professor Martin Wabitsch.

Bleibe eine extreme Adipositas im Jugendalter unbehandelt, könne das zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Diabetes, Depressionen oder orthopädische Probleme führen, warnt der Kinder- und Jugendarzt.

Drei-Phasen-Programm

Die Studie umfasse ein Drei-Phasen-Programm, mit dessen Hilfe sich die Patienten im ersten Schritt auf ihren Gesundheitszustand untersuchen lassen könnten. Die zweite Phase bestehe in einem mehrmonatigen Gruppenprogramm. Ziel sei es, die „Lebensqualität und Krankheitsakzeptanz“ zu verbessern.

In der dritten Phase werde den Patienten eine individuelle Therapie angeboten, die unter anderem einen bariatrischchirurgischen Eingriff enthalte, um eine langfristige Gewichtsreduktion erreichen zu können.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Erfahrungen aus der Praxis

Umstellung auf GLP-1-RA – Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Was kann ein GLP-1-RA?

Start in die Injektionstherapie

Was kann ein GLP-1-RA?

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Studienlage im Überblick

GLP-1-RA für Erstverordner

Studienlage im Überblick

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen