Auffrischung und Kinderimpfung

Noch keine STIKO-Empfehlung für die dritte COVID-19-Impfung

Die STIKO wird künftig die COVID-19-Impfung für alle ab 12 Jahren empfehlen. Für die Booster-Dosis gibt es noch keine Empfehlung – obwohl sie mancherorts schon angeboten wird.

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Impfung für Jedermann und Jederfrau in Bayern: Auch Auffrischimpfungen gibt es dort schon.

Impfung für Jedermann und Jederfrau in Bayern: Auch Auffrischimpfungen gibt es dort schon.

© Daniel Karmann / dpa

Berlin/München/Düsseldorf. Die Ständige Impfkommission (STIKO) wird in ihrer neunten Aktualisierung ihrer COVID-19-Impfempfehlung noch keine Aussagen zur Auffrischimpfung machen. Bislang gibt es dafür in der EU auch keine Zulassungserweiterungen. Die STIKO-Empfehlung, deren Stellungnahmefrist am Dienstag abgelaufen ist, soll noch in diesen Tagen veröffentlicht werden.

Ungeachtet der ausstehenden Booster-Empfehlung und -Zulassung treiben die Bundesländer entsprechende Angebote bereits voran. Bayern teilte Anfang der Woche mit, Drittimpfungen „ab sofort“ anzubieten. Begonnen werde bei Bewohnern in Pflegeheimen, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Voraussetzung für die Drittimpfung sei, dass die Zweitimpfung mindestens sechs Monate zurückliege.

Booster-Impfungen bald auch in NRW

Am Dienstag kündigte auch Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU) an, das Land wolle ab September mit Drittimpfungen in den Impfzentren beginnen. Die Impflinge, die die Vakzine Vaxzevria® erhalten hatten, sollen frühestens ab Ende Oktober geimpft werden. Sie könnten sich aber auch an niedergelassene Ärzte wenden und sollten mit Spikevax® oder Comirnaty® geimpft werden.

Die Gesundheitsministerkonferenz hatte sich Anfang August für Drittimpfungen ab September ausgesprochen. Bayern will auf die niedergelassenen Ärzte setzen. Staatliche Angebote seien ergänzend vorgesehen, so Holetschek. Da es noch keine Aufklärungsbögen zu Boosterimpfungen gebe, müssten Ärzte Patienten mündlich aufklären.

Mit Blick auf die Impfung von Kindern und Jugendlichen wird die STIKO ihre Empfehlung auf alle ab 12-Jährigen ausweiten. Die Kommission begründete den Schritt mit neuen Studien zu geimpften Teenagern aus den USA. Auf Basis dieser und weiterer neuer Erkenntnisse komme man zu der Einschätzung, dass Vorteile der Impfung“ das „Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen“ überwiegen würden.

Reinhardt: STIKO hat Druck widerstanden

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte Dr. Thomas Fischbach sagte der „Ärzte Zeitung“, die Empfehlung mache die Kommunikation in den Praxen „sehr viel leichter“. Jugendliche, Kinder und Eltern würden sich „sicherer fühlen“. Es dürfe aber „kein Junktim“ zwischen Impfung und Schulbesuch geben. Der Politik warf Fischbach vor, mit ihrem Impfangebot für alle Teenager in die Arbeit der STIKO „hineingegrätscht“ zu sein.

Der Präsident der Bundesärztekammer Dr. Klaus Reinhardt stellte fest, dass die STIKO „dem starken politischen Druck widerstanden und ihre Empfehlungen nicht übereilt, sondern auf solider wissenschaftlicher Grundlage überarbeitet hat“. (hom/nös)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Prof. Dr. Ingo Heberlein

Wir erleben die bewusste Ramponierung der Stiko und den Verlust konsequenter Orientierung an den Maßstäben der evidenzbasierten Medizin. Das ist ein bleibenden Kollateralschaden der Coronapolitik. Die Gesundheitsminister wissen es einfach, sie haben die dritte Impfung bereits beschlossen, politisch eben, obwohl die ganze Welt noch nach der Einschätzung für den angemessenen Zeitpunkt sucht.
Wen wundert das, wenn Söder und Co nicht einmal den Unterschied der Entscheidungsmaßstäbe bei EMA und Stiko und dessen Sinn kennen. Wer politisch entscheiden will, der muss das auch nicht wissen (?).


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