Empfehlung zu COVID-19-Impfung

Ärzte kritisieren: Politik ist in Arbeit der STIKO „hineingegrätscht“

Ärztevertreter werfen Bund und Ländern vor, bei der Frage der Corona-Impfung von Kindern ab 12 Jahren unnötig vorgeprescht zu sein. Die Politik hätte das Votum der Ständigen Impfkommission abwarten sollen.

Veröffentlicht:
Streitpunkt Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen: „Erst die Wissenschaft, dann die Politik“.

Streitpunkt Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen: „Erst die Wissenschaft, dann die Politik“.

© David Young/dpa

Berlin. Mit Blick auf die Impfung von Kindern und Jugendlichen gegen das Coronavirus haben Ärzte der Politik Foulspiel beim Umgang mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) vorgeworfen.

„Wir haben immer betont, dass die Wissenschaft entscheidet, wann ausreichende Erkenntnisse vorliegen, um Jugendlichen ein Impfangebot zu machen. Dazu hätte es keines Drängens von Politikseite aus bedurft“, sagte der Chef des Deutschen Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt den Zeitungen der „Funke-Mediengruppe“ am Dienstag.

„Erst die Wissenschaft, dann die Politik“

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Dr. Thomas Fischbach, warf der Politik vor, in die Arbeit der STIKO „hineingegrätscht“ zu sein.

Auch Kinder- und Jugendärzte hätten die Kommission zur Aktualisierung der Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren aufgerufen. Dies jedoch „in der klaren Reihenfolge: erst die Wissenschaft, dann die Politik – nicht umgekehrt“, sagte Fischbach der „Ärzte Zeitung“.

Lesen sie auch

Die STIKO hatte am Montag ihre Empfehlung zur Impfung gegen das Coronavirus auf alle 12- bis 17-Jährigen ausgeweitet. Die Kommission hatte den Schritt mit neuen Studienergebnissen begründet. Die Empfehlung befindet sich aktuell im Stellungnahmeverfahren. Politiker hatten das Votum begrüßt. Bisher hatte die STIKO die Impfung gegen COVID-19 explizit nur für ab 12-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen.

Ungeachtet dessen hatte die Gesundheitsministerkonferenz Anfang August allen Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ein Impfangebot gemacht. Das Vorgehen sorgt seither für massive Kritik vor allem von Ärzten und Wissenschaftlern.

Lesen sie auch

Impfkampagne: Spahn hofft auf frischen Wind

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt derweil darauf, dass die Entscheidung der STIKO der zuletzt lahmenden Impfkampagne neuen Auftrieb gibt. Dank des Votums lasse sich die Impfung der 12- bis 17- Jährigen jetzt „strukturierter“ in Praxen und Impfzentren anbieten, sagte Spahn im ARD-Morgenmagazin.

Impfstoff sei ausreichend vorhanden, betonte der Minister. Jeder könne sich und andere damit schützen. Die Impfung bleibe aber auch für Schüler freiwillig. Die Präsenz im Schulunterricht dürfe nicht abhängig sein von der Impfung.

Laut Robert-Koch-Institut sind bislang gut 24 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft – etwas mehr als 15 Prozent vollständig. (hom/dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Nina Warken und ihre Vorkoster für das GKV-Sparpaket

Digitale Gesundheitsanwendungen

Elektronische Verordnung für DiGA jetzt freiwillig möglich

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

© Olia / Generated with AI / stock.adobe.com

Neurologische Entwicklungsstörung

Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Lesetipps
Beratung Ärztin und Patientin

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Praktische Tipps

Beratungsfall Patientenverfügung – worauf es ankommt