Direkt zum Inhaltsbereich

Gesetzgebung

Notfallreform: CDU-Abgeordneter Sorge vermisst Planungssicherheit für Kliniken

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion Tino Sorge sieht in der Ungleichzeitigkeit von Klinik- und Notfallreform einen gravierenden Webfehler lauterbachscher Gesetzgebung.

Veröffentlicht:

Berlin. Im parlamentarischen Geschäft ist Zustimmung der Opposition zu Gesetzentwürfen der Regierung üblicherweise streng limitiert. Die heute vorgestellte Vorlage zur Notfallreform macht insofern eine Ausnahme, als Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, konzediert, dass „viele der nun vorgeschlagenen Punkte wir als Unionsfraktion bereits vorgeschlagen hatten“. Sorge bezieht sich auf einen Antrag seiner Fraktion, der Mitte Juni vorigen Jahres eingebracht worden war.

Inhaltlich widerspricht Sorge demnach den Regierungsplänen nicht. „Mehr Telemedizin, eine bessere Ersteinschätzung und Steuerung sind ebenso überfällig wie eine stärkere Vernetzung zwischen ärztlichen Notdiensten, Notaufnahmen und Rettungsdiensten.“ Allerdings gelinge es der Ampel-Koalition nicht, so der CDU-Abgeordnete weiter, Notfallreform und Krankenhausreform zu synchronisieren.

„Dabei wäre es dringend notwendig gewesen, beide Vorhaben gemeinsam zu planen. Die Kliniken sind elementarer Bestandteil der Notfallversorgung. Kommt einem Haus eine herausgehobene Rolle in der Notfallversorgung zu, hat das auch unmittelbare Folgen für den Fortbestand der Klinik insgesamt“, sagte Sorge am Donnerstag im Gespräch mit der Ärzte Zeitung.

Inmitten der Ungewissheit, welche Häuser nach der Krankenhausreform überhaupt weiter bestehen werden, würden die vorgesehenen integrierten Notfallzentren „nur schwer planbar sein“. Sorge: „Selbstverwaltungspartner und Länder werden dafür kaum Standortfestlegungen treffen können, solange Minister Lauterbach keine ortsgenaue Auswirkungsanalyse für seine Krankenhausreform vorlegt.“

Dass diese Auswirkungsanalyse erst zum Herbst vorliegen soll, zeige, „dass einmal mehr der zweite Schritt vor dem ersten getan wird. Nun rächt sich, dass Minister Lauterbach die Klinikreform monatelang ohne die Krankenhäuser, Länder und Kommunen geplant hat.“ Die Ungewissheit, ob und wann die Strukturreform der stationären Versorgung überhaupt kommen wird, schade auch der Neuordnung der Notfallversorgung. (cw/hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Wenn Schweigen Leben kostet

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Erfahrungen einer Praxismanagerin

Praxisbegehung angekündigt? Die wichtigsten Tipps zur Vorbereitung

Lesetipps
Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Arzt hält Modell vom Herzen in rechter Hand und Blutzuckermessgerät in linker Hand.

© RF (royalty free)

Risiko einschätzen und Lebensstil ändern

Diabetes und Vorhofflimmern: Das hilft gegen die gefährliche Kombi