Pädiater kritisieren mangelnde Impfstrategien

WEIMAR (ras). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die Bundesregierung aufgefordert, ein nationales Impfkonzept zu entwickeln. Dies sollte sicherstellen, dass 95 Prozent aller Kinder tatsächlich altersgemäße Impfungen erhalten.

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BVKJ-Präsident Hartmann: Endlich nationale Impfziele definieren.

BVKJ-Präsident Hartmann: Endlich nationale Impfziele definieren.

© BVKJ

Davon sei man derzeit meilenweit entfernt, kritisierte BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann beim Jugendmedizinkongress des BVKJ in Weimar. Derzeit würden maximal 40 Prozent der Kinder alle notwendigen Impfungen zum empfohlenen Zeitpunkt erhalten. Das von der WHO vorgegebene Ziel, die Masern bis 2010 auszurotten, sei auch hierzulande aufgrund unzureichender Impfstrategien nicht erreicht worden.

Ganz im Gegenteil. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 2011 sind 300 vermeidbare Masernfälle mit teils schweren Verläufen im Raum Lübeck und München registriert worden.

Auch die 115 Mumpserkrankungen, die im vergangenen Jahr in Bayern bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorgekommen sind, untermauerten dringenden politischen Handlungsbedarf, um "endlich nationale Impfziele zu definieren und diese dann auch entschlossen umzusetzen", hieß es in Weimar.

Für äußerst verfälschend hält es Hartmann, dass in den Medien immer wieder die Risiken von Impfungen oder auch Todesfälle, die angeblich auf Impfungen zurückzuführen sind, herausgestellt werden. Meistens entbehrten solche Berichte bei näherem Hinsehen jeglicher Grundlage.

Es sei zudem bedauerlich, dass sich Impfgegner, die allenfalls drei Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, immer wieder medial ausbreiten könnten. Damit würden große Verunsicherungen bei den an sich impfbereiten Eltern geschürt.

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