Neuer BVKJ-Präsident

Pädiater suchen Schulterschluss mit Hausärzten

Der künftige Präsident des Kinder- und Jugendärzteverbandes, Dr. Thomas Fischbach, will Kooperationen mit anderen Fachgruppen stärken. Das hat er auf dem Pädiaterkongress in Bad Orb deutlich gemacht.

Von Raimund SchmidRaimund Schmid Veröffentlicht:
Tritt sein neues Amt am 1. November offiziell an: Dr. Thomas Fischbach.

Tritt sein neues Amt am 1. November offiziell an: Dr. Thomas Fischbach.

© Pilick

BAD ORB. Der designierte Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Dr. Thomas Fischbach will in Zukunft neue fachgruppen- und sektorenübergreifende Versorgungskonzepte etablieren und dabei vor allem mit den Allgemeinärzten stärker als bislang kooperieren.

Dies kündigte Fischbach, der am 1. November sein Amt antreten wird, beim 43. Herbstkongress des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte in Bad Orb im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" an.

Viele Versorgungslücken könnten in Zukunft nur dann geschlossen werden, wenn die hausärztlichen Verbände an einem Strang ziehen und dabei auch bei Bedarf fachärztliche Berufsgruppen mit einbeziehen.

Gemeinsame Impfstrategien geplant

Als Beispiel nannte Fischbach die Impfmisere, die immer wieder zu unkontrollierten Ausbrüchen - wie jüngst bei der Masernwelle vor allem in Berlin - führe. Die klaffenden Impflücken bei Kindern und Erwachsenen könnten aber nur dann geschlossen werden, wenn BVKJ und der Hausärzteverband hier gemeinsame Impfstrategien entwickelten und dann auch umsetzten.

Um diese und andere Versorgungslücken im hausärztlichen Versorgungsbereich zu schließen, kündigte Fischbach an, dass in nächster Zeit ein erstes Gespräch mit dem Hausärzteverband stattfinden werde.

Auch in der Weiterbildung strebt der designierte Verbandspräsident an, "neue Verbünde zwischen Klinik und Praxis" zu etablieren. Hierfür entwickelt der BVKJ derzeit ein Weiterbildungskolloquium für niedergelassene Pädiater, das seiner Einschätzung nach "europaweit einzigartig" ist.

Weiterbildung fördern

Allerdings müsse dabei auch die Politik mitspielen. Zwar stünden 800 pädiatrische Kollegen mit Weiterbildungsbefugnis bereit, Weiterbildungsassistenten in der Praxis zu beschäftigen. Solange aber die Finanzierung dieser Stellen - anders als in der Allgemeinmedizin - nicht gesichert sei, könnten die vorhandenen Kontingente auch nicht abgerufen werden.

Die angekündigte Förderung von 1000 Facharztstellen für die Weiterbildung sei zwar ein "Schritt in die richtige Richtung", reiche aber bei weitem nicht aus, zumal nicht klar ist, inwieweit die Kinder- und Jugendmedizin davon profitieren werde.

Neben der Berufspolitik möchte Fischbach aber künftig als Präsident des BVKJ auch weiter die Stimme für bedürftige Kinder und deren Familien erheben. Dazu zähle insbesondere das Engagement für Flüchtlingskinder und für sozial benachteiligte Familien in Deutschland.

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