Länderinitiative

Partner sollen über Therapie entscheiden

Veröffentlicht:

STUTTGART. Auch ohne schriftliche Vollmacht sollen Eheleute nach einem Unfall oder bei schwerer Krankheit über die medizinische Versorgung ihres Partners entscheiden dürfen. Das soll auch für eingetragene Lebenspartnerschaften gelten. Auf Initiative Baden-Württembergs habe eine Länderarbeitsgruppe einen entsprechenden Vorschlag erarbeitet, teilte das Justizministerium in Stuttgart am Freitag mit.

Die Regelung solle genau das umsetzen, was die Mehrheit der Bevölkerung ohnehin denke: dass Ehepartner in medizinischen Fragen entscheiden dürften, betonte Justizminister Rainer Stickelberger (SPD). Die Regelung solle für Ehe- und eingetragene Lebenspartner gelten, wenn diese nicht ausdrücklich etwas anderes festgelegt haben.Es gehe dabei nicht um eine umfassende Vollmacht.

Für Vermögensfragen zum Beispiel gelte sie nicht, betonte Stickelberger. Die Justizminister sollen bei ihrer Konferenz Anfang Juni in Nauen (Brandenburg) über die Initiative beraten.Die Deutsche Stiftung Patientenschutz bezeichnete den Plan als "verfassungsrechtlich hoch bedenklich". Stiftungsvorstand Eugen Brysch betonte, es dürfe bei medizinischen Fragen keine automatischen Vollmachten geben.

"Von wem sich jemand vertreten lässt, ist eine höchst persönliche Entscheidung. Schließlich wird auch über Maßnahmen entschieden, die zum Tode führen können, obwohl der Patient nicht im Sterben liegt." (dpa)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Aut idem patentfreier rekombinanter Arzneimittel

Jetzt übernehmen Apotheken die Verantwortung für die wirtschaftliche Biological-Auswahl

Lesetipps
Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram

Modell eines Körpers, in dem der Darm zu sehen ist.

© J.G Studio / Stock.adobe.com / Generated with AI

Akute Enteropathie und Enteritis

Radiotherapie bei Krebs: Diese Maßnahmen schützen den Darm