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Private Klinikketten starten neues Suchportal

Die privaten Klinikträger Asklepios, Sana und Rhön wollen ab Sommer eine eigene Kliniksuchmaschine ins Web stellen. Sie soll besser und umfassender sein als alle bisherigen.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:
Ein Blick ins World Wide Web kann helfen, die geeignete Klinik zu finden. © Konstantin Sutyagin/fotolia.com

Ein Blick ins World Wide Web kann helfen, die geeignete Klinik zu finden. © Konstantin Sutyagin/fotolia.com

© Konstantin Sutyagin/fotolia.com

BERLIN. Patienten und einweisenden Ärzten soll es künftig leichter fallen, Kliniken hinsichtlich ihrer Qualität beurteilen zu können. Die drei privaten Träger Rhön, Asklepios und Sana stellten zu diesem Zweck Anfang der Woche ein Konzept für eine neue Kliniksuchmaschine im Internet vor. Diese soll Mitte des Jahres unter der Adresse qualitaetskliniken.de freigeschaltet werden.

Nutzer sollten in die Lage versetzt werden, "auch ohne medizinisches Fachwissen die Qualität von Kliniken miteinander vergleichen zu können", sagte Dr. Tobias Kaltenbach, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken. Zwar werde heute schon "landauf, landab" versucht, im Internet Transparenz über die Qualität der rund 2000 Kliniken in Deutschland herzustellen. Viele Portale kämen aber über den Informationsgehalt der gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsberichte nicht hinaus. Zudem seien viele Suchmaschinen regional oder auf bestimmte Indikationen beschränkt. "Es fehlt ein nationaler Qualitätsstandard unter Beteiligung der Krankenhäuser - diese Lücke wollen wir schließen", sagte Kaltenbach. Neben den 160 Kliniken der drei privaten Klinikketten seien auch andere Träger eingeladen, am Projekt teilzunehmen.

Bewertet werden sollen die Kliniken auf Grundlage von 400 Qualitätsindikatoren zu medizinischer Qualität, Patientensicherheit, Patientenzufriedenheit und Einweiserzufriedenheit. Im Bereich Patientensicherheit würden all jene Themen abgedeckt, die vom "Aktionsbündnis Patientensicherheit" aufgegriffen worden seien, betonte Dr. Markus Müschenich vom Vorstand der Sana-Kliniken. Abgefragt werde etwa der Umgang von Ärzten und Pflegenden mit nosokomialen Infektionen. Auch über die Sterblichkeitsrate in einem Krankenhaus würden Aussagen getroffen. Ein aussagekräftiger Indikator für Qualität sei die Mortalitätsrate aber nicht.

Beim Thema Einweiserzufriedenheit gehe es darum, vom Arzt zu erfahren, wie dessen Patienten eine Klinik einschätzen. "Der zuweisende Arzt bekommt damit ein Werkzeug der Qualitätsbewertung in die Hand", betonte Müschenich. Schlussendlich gehe es den Initiatoren des Portals darum, Patienten, Angehörigen und einweisenden Ärzten "ehrlich zu sagen, was sie in einer Klinik erwartet". "Das sollte passieren, bevor ein Patient die Schwelle ins Krankenhaus überschreitet."

Einen ähnlichen Ansatz wie qualitätskliniken.de verfolgt auch die 2008 gestartete Initiative Qualitätsmedizin (IQM), zu deren Gründungsmitgliedern der private Klinikbetreiber Helios gehört. Helios-Chef Dr. Francesco De Meo sagte, das neue Portalkonzept stelle aus Sicht der IQM "keine Konkurrenz" dar. Es sei zu begrüßen, wenn in einem weiteren Portal die Qualität von Kliniken öffentlich gemacht werde. Für manche Klinik sei das Thema der Qualitätstransparenz noch immer eine "lästige Pflicht".

www.qualitaetskliniken.de

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Wir brauchen eine Stiftung Kliniktest

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