Arzneimittelpolitik

Rabatte im Sprechzimmer heiß diskutiert

NEU-ISENBURG (fst). Weil immer mehr Kassen Rabattverträge schließen, wächst für Ärzte die Unübersichtlichkeit - und die Bürokratie nimmt zu. Die "Ärztliche Allgemeine", die heute der gedruckten Ausgabe der "Ärzte Zeitung" beiliegt, gibt Niedergelassenen Hilfestellung zum Umgang mit den Verträgen.

Veröffentlicht: 29.06.2007, 08:01 Uhr

Dr. Joachim Pohl, Landarzt im holsteinischen Ascheberg, ist nicht gut zu sprechen auf Rabattverträge. Müsste er für jede Kasse nachschlagen, welche Rabattverträge es gibt, dann "würde das meine Praxis zum Erliegen bringen", sagt er. So überlässt er häufig die Auswahl des Präparates den Apothekern.

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Denn diese sind seit 1. April verpflichtet, einen Austausch vorzunehmen, wenn die Kasse des Patienten einen Rabattvertrag geschlossen hat - es sei denn, dass Ärzte die Substitution durch Ankreuzen des Aut-idem-Kästchens auf dem Rezept verboten haben.

Für Ärzte entsteht eine Zwickmühle: Die Therapiekosten können durch Verordnung rabattierter Präparate sinken, der Preis dafür ist allerdings Ärger mit Patienten. Die Diskussion über eine geänderte Medikation beginnt bereits am Empfangstresen in der Praxis. "Dort wird der Ärger zuerst abgeladen", hat Landarzt Pohl beobachtet.

Kein Wunder, dass Rabattverträge skeptisch beurteilt werden. Das zeigt eine Befragung von 158 Ärzten durch das Marktforschungsunternehmen IMS Health. Danach fürchten 62 Prozent der Ärzte, dass sich die Therapie in Folge der geänderten Medikation verschlechtert, 38 Prozent erwarten keine Konsequenzen. Nach den Reaktionen ihrer Patienten gefragt, sagen 52 Prozent der Ärzte, dass Patienten weiter ihre alte Medikation erwarten, 14 Prozent beobachten, dass Patienten den Differenzbetrag zwischen Rabatt- und altem Präparat selbst zahlen würden. Das aber ist nicht möglich - Rabattverträge sorgen weiter für Debatten.

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