Direkt zum Inhaltsbereich

Bundeswehr

Sanitätsdienst mit "gravierenden Problemen"

Aus Sicht des Wehrbeauftragten fehlen der Bundeswehr 300 Ärzte. Problematisch ist auch die PTBS-Versorgung.

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:

NEU-ISENBURG. Der Wehrbeauftragte der Bundeswehr sieht die Situation der Ärzte problematisch und die medizinische Versorgung der Soldaten weiter nicht ausreichend.

"An den gravierenden Personalproblemen" habe sich nichts geändert, "ohne den massiven Rückgriff auf zivile Kapazitäten des Gesundheitssektors könnte die Grundversorgung der Soldatinnen und Soldaten nicht sichergestellt werden", heißt es im Jahresbericht, den Hellmut Königshaus (FDP) Mitte der Woche in Berlin vorstellte.

Vor allem die stationäre Versorgung im Inland bereite "Sorge", von Überlastung der Truppenärzte, die als Hausärzte der Soldaten fungieren, ist die Rede. Auch für die Zukunft sieht er keine Verbesserung: Durch die Neustrukturierung der Bundeswehr müsse der Sanitätsdienst mit 20 Prozent weniger Dienstposten auskommen.

In den Fachbereichen Anästhesie, Intensivmedizin, Radiologie und HNO geht das Bundesverteidigungsministerium davon aus, dass bis Ende dieses Jahres 90 Prozent der Dienstposten besetzt seien. In der Chirurgie, bei Augenärzten und Psychiatern sei der Bedarf nicht gedeckt, es fehlten noch 300 Sanitätsoffiziere, heißt es in dem Bericht.

Zusätzlich verweigern rund zehn Prozent der ausgebildeten Sanitätsoffiziere nachträglich den Kriegsdienst - und stehen so nach der Facharztausbildung der Truppe nicht mehr zur Verfügung.

Dies lege nahe, dass "sich zahlreiche Bewerber für die Laufbahn der Offiziere des Sanitätsdienstes sich im Vorfeld offenbar nicht ausreichen damit auseinandergesetzt haben, welche hohen Anforderungen dieser militärisch geprägte Beruf insbesondere in Bezug auf Auslandseinsätze stellt", heißt es weiter.

Vor allem die Versorgung von einsatzbedingten psychischen Erkrankungen seien "trotz großer Anstrengungen sowohl aus medizinischer Sicht als auch unter dem Aspekt der Fürsorge immer noch nicht optimal", schreibt Königshaus.

Bis September 2014 zählte die Bundeswehr 284 Neu-Erkrankungen in dem Jahr. Nach Einsätzen in Afghanistan sind laut Bundeswehr bislang insgesamt 1199 Soldaten an PTBS erkrankt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Das letzte Wort über die HzV ist noch nicht gesprochen

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Bewusster Verzicht

Was bringt Fasten bei Schmerz?

Lesetipps
Darstellung des Herzpflasters auf einem Herzen.

© Universitätsmedizin Göttingen

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Bus, der in Richtung Rauchfreiheit fährt.

© Thomas Reimer / stock.adobe.com

Zum Weltnichtrauchertag

Wie Sie Ihre Patienten beim Rauchstopp unterstützen können