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HPV-Ausschreibung

Sanofi macht nicht mit

Die AOKen in Hessen und Niedersachsen suchen einen exklusiven Rabattvertragspartner für Impfstoffe gegen humane Papillomaviren. Der Marktführer Sanofi Pasteur MSD will kein Gebot abgeben - und übt harsche Kritik.

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LEIMEN. Sanofi Pasteur MSD (SPMSD) hat angekündigt, bei der Ausschreibung der beiden AOKen in Hessen und Niedersachsen für HPV-Impfstoffe kein Angebot abgeben zu wollen.

Die beiden Kassen wollen Impfstoffe gegen humane Papillomaviren (HPV) entsprechend der Schutzimpfungs-Richtlinie allein auf Basis des Preises ausschreiben. Der geplante Vertrag soll im Juli starten und eine Laufzeit von zwei Jahren haben.

SPMSD, das nach eigenen Angaben mit dem Impfstoff Gardasil in Deutschland Marktführer bei über 80 Prozent der Verordnungen ist, hält die Ausschreibung für ein "falsches Signal".

"Wir brauchen mehr Prävention und nicht weniger und wir glauben, dass das Vorhaben der AOKen, was die öffentliche Gesundheit betrifft, nicht zielführend ist", sagte Oliver Sadlek, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei SPMSD.

Apothekerverband zeigt sich "fassungslos"

Das Unternehmen verweist dazu auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD. Dort sei vor allem mit Blick auf Impfstoffe der Passus eingefügt worden, Vertragspartner müssten bei Rabattverträgen Vorsorge für Lieferengpässe treffen. Ausschreibungen, die nur einem Bewerber den Zuschlag erteilen, sind in der Vergangenheit eine Ursache für Lieferprobleme gewesen.

Der Hessische Apothekerverband (HAV) zeigte sich nach Bekanntgabe der Ausschreibung vergrätzt und forderte deren Stopp. Dass die beiden AOKen trotz entsprechender Erfahrungen Rabattverträge für HPV-Impfstoffe auf den Weg brächten, mache ihn "fassungslos", erklärte Hans Rudolf Diefenbach, Vize-Vorsitzender des HAV.

Neben Sanofi Pasteur MSD sind das Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) als zweiter Originalhersteller mit dem Impfstoff Cervarix sowie Reimporteure von der Ausschreibung angesprochen.

Ein GSK-Sprecher wollte sich auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" nicht zur laufenden Ausschreibung und zur Frage einer möglichen Teilnahme äußern. Angebote können Unternehmen bei den beiden Kassen noch bis zum 8. April abgeben. (fst)

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