Kommentar zur Hebammenversorgung

Schatten im Kreißsaal

Nicht alles läuft schlecht in der Versorgung mit Hebammen, zeigt eine neue Studie. Doch manche Befunde sollten Sorgen bereiten.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 02.12.2019, 10:47 Uhr

Wenn über die Versorgung Schwangerer durch Hebammen berichtet wird, dominieren meist düstere Farben das Bild. Es gibt zu wenige der Geburtshelferinnen, sie arbeiten unter hohem Druck, werden zu schlecht bezahlt und leiden unter hohen Haftpflichtprämien. Viele Hebammen werfen das Handtuch.

Erste Ergebnisse einer Untersuchung zur Versorgung in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es in diesem Bereich nicht nur Schatten, sondern auch Licht gibt. So hatte bei fast 80 Prozent der befragten Frauen die Hebamme genug Zeit für die Betreuung im Kreißsaal.

Gleichzeitig macht die Studie aber den Handlungsbedarf deutlich. So müssen Schwangere im Schnitt vier Mal zum Hörer greifen, bevor sie eine Hebamme für die Betreuung im Wochenbett gefunden haben.

Grund zur Sorge gibt aber ein weiterer Befund: Fast die Hälfte der Hebammen hatte in jüngster Vergangenheit eine Gefahrenanzeige wegen Überlastung oder Ressourcendefiziten im Kreißsaal geschrieben. Eine solche Situation muss die absolute Ausnahme bleiben, sonst läuft etwas gründlich schief.

Unter negativen Bedingungen rund um die Geburt leiden die Mutter, das Kind und die Hebamme selbst – dieses düstere Szenario darf kein Regelfall werden.

Schreiben Sie der Autorin: gp@springer.com

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